205 c7*6'* Von Fabian Lith F elix ist unter die Kegelbrüder gegangen. Aber Felix weiß, daß er noch sehr viel lernen muß, bis er es mit alten Meistern dieses Faches auf nehmen kann. Felix nämlich stellt sich reichlich dumm beim Kegeln an. Er baut sich — steif wie er ist — vorn an der Bahn auf, nimmt eine Kugel in die Hand und rollt sie fort, so, wie er früher einmal mit Mur= mein gespielt hat. Dann vergräbt er seine Hände in den Taschen und blickt ohne innere Erregung hinter der Kugel her. Auf diese Weise kann er es natürlich niemals zu höchsten Ehren bringen. Felix hat einmal zugeschaut, wie ein richtiger Kegelbru= der die Kugel mitten hineinschiebt in die Kegelver= Sammlung — Peng! Alle Neune! Ein waschechter Kegelbruder zieht zunächst leichte Schuhe an und seine Jacke aus, so daß jeder sich über die von ihm bevorzugte Hosenträgermarke un= terrichten kann. Sodann befeuchtet er seine Hände, greift tänzelnd eine Kugel, nimmt einen gewaltigen Anlauf, startet die Kugel mit elegantem Schwünge und — ja, und dann darf er beileibe nicht aufhören zu tänzeln. Er muß sich den Bewegungen der Kugel anpassen, muß ihren Weg ins Ziel mitempfinden, sich in den Schultern wiegen, mit den Armen ru= dem, und wenn er nach dieser Zeremonie einen Pudel wirft, kann das natürlich nur an der Bahn liegen. An wem sonst? Bei Felix liegt die Sache anders. Er weiß, daß jeder Pudel einzig und allein auf das Konto seiner ungeschickten Hände kommt. Außerdem aber mag Felix mit der Kugel ohnehin nicht so kräftig ausholen, aus Sorge, er könnte den Kegeljungen treffen. Felix weiß nämlich genau, was ihm in dieser Hinsicht zuzutrauen ist. Gelehrige Schüler . Karriere „Arbeitszeitverkürzung" forderten dieVolks= Schüler einer hessischen Gemeinde und tra= ten zur Unterstützung ihrer Forderung in einen halbstündigen „Streik". Sie hinter= ließen einen Zettel, aus dem der Lehrer die Forderungen seiner Schüler entnehmen konnte: „Wir fordern längere Pausen, län= gere Ferien, weniger Hausaufgaben und Un= terrichtsbeginn erst ab zehn Uhr" Nachdem der Lehrer seine Zöglinge einzeln wieder eingefangen hatte, mußten sie die „ver= streikte" halbe Stunde nachsitzen. Die Regierung war umgebildet, und viele neue Minister waren ernannt worden. Am Stammtisch in einem kleinen Bauerndorf unterhielt man sich über dieses Ereignis. „Ist es nicht schön", sagte der Lehrer. .,daß ein Sohn unseres Dorfes unter den neuen Ministern ist?" „Schön?“ rief da ein Bauer. „Sie sagen schön? Dieser Sohn aus unserem Dorf hat das Dorf einst verlassen, weil er nicht Land= wirt werden wollte. Spezialbetonwerk für Gruben- und Stollenausbau Betonwaren für den Hochbau: Hohlblocksteine, Fundamentsteine, Hüttensteine HS 100 und Hüttensteine gefärbt, Bürgersteigplatten, Garten ­ beetplatten, Klärgruben. BAUSTOFFWERK SEHN GMBH, St. Ingbert/Saar, Tel. 3011/12