57 Blasversatz in einem Streb mit Reibungsstempeln ohne zusätzlichen Ausbau in Holz O ie Entwicklung zu den heutigen Großabbau- betrieben und die zunehmende Mechanisierung lassen ein weitgehendes Sortieren unter Tage nicht mehr zu und haben den früheren Handvoll- oder -teilversatz durch Blas-, Spül-, Fließ- oder Schleu ­ derversatz verdrängt. Im Saarbergbau wurden 1960 27,5 % der Gesamt ­ förderung in Voll- und Teilversatzstreben gewonnen, davon 63 % aus Blasversatzstreben. Blasversatz wird zur geringeren Absenkung derTagesoberfläche eingebracht. Gleichzeitig erreicht man hierdurch eine gute Beherrschung des Hangenden, was sich auf alle übrigen Arbeitsvorgänge im Streb günstig aus ­ wirkt. Weiterhin werden die Wetter geschlossen durch den Streb geführt und Schleichströme im Al ­ ten Mann vermieden. Die Ausgasung der Flöze ist dadurch besser zu überwachen. Nachteilig bleibt jedoch immer der höhere Druckluftverbrauch der Blasstrebe und der höhere Kostenaufwand für die Blaseinrichtungen und für das Heranschaffen des Versatzgutes von über Tag bis zum Streb. In früheren Jahren wurde der Blasversatz bei reinem Holzausbau im Streb durchgeführt. Der Blasversatz ­ draht, der das Herausbrechen der Blasberge in das Fahr- oder Förderfeld verhindert, wurde an den vor ­ handenen Ausbau genagelt und der gesamte Holz ­ ausbau zugeblasen. Derartige Strebe benötigten täglich sehr viel Holz, und oft machte das Heran ­ schaffen dieser Mengen bedeutende Schwierig ­ keiten. Mit dem Einsatz stählernen Strebausbaus war der Blasversatz in dieser Form nicht mehr möglich, da die Stahlstempel und -kappen vor dem Blasen ge ­ raubt werden mußten. Besondere Holzstempel zum Befestigen des Blasversatzdrahtes wurden erforder ­ lich, die als verlorener Ausbau die Blasversatzwand stützten und als Notausbau im geraubten Blasfeld dienten. Dennoch war der Blasversatz bei Stahlaus ­ bau mit verlorenen Holzstempeln, wobei nach Ein ­ führung der Kurzgelenkkappen auch eine stempel ­ freie Abbaufront möglich wurde, ein beachtlicher Fortschritt, der heute immer noch seine Bedeutung hat. Hierbei tritt nun die Frage nach den Ausbaukosten sehr in den Vordergrund. Es wird fast ausschließlich die Meinung vertreten, daß der Ausbau in Bruch ­ baustreben billiger sei als in Blasversatzstreben, Von Dipl.-Ing. Alfons Schäfer, Grube Kohlwald weil — wie oben erwähnt — verhältnismäßig viel Holz erforderlich sei. Auf der Grube Kohlwald wurde im Blasstreb 1-West, Flöz Brassert, SchiffweNer-Feld, dagegen bewiesen, daß die Ausbauarbeit und die Ausbaukosten bei zweckmäßigen Ausbauformen und Einrichtungen sogar geringer sein können als in vergleichbaren Bruchbaustreben. Die Streblänge beträgt 0 268 m, die Flözmächtig ­ keit 2,36 m, die 0 Förderung 930 tato bei 1,25 m Feldesbreite. Der Streb läuft als fallender Z-Bau- Streb (Einfallen 6—8°) und ist mit einer Walzen ­ schrämmaschine auf Panzerförderer ausgerüstet (0-Werte des 1. Halbjahres). In der Hauptsache sind vier Verbesserungen beson ­ ders hervorzuheben: 1. Der Einsatz von rückpfändbaren Kappen bei Stahlausbau, 2. der Verzicht auf verlorenen Holzausbau im Ver ­ satz, 3. das Rauben der Stahlstempel mittels Haspel, 4. der Einsatz moderner Bergetransportwagen. Abb. 1: Blasstreb Flöz Brassert — Einsatz rückpfändbarer Kappen vor und nach dem Rauben der Stempel