53 Mechanisiertes Auffahren von Flözstrecken Von Dipl.-Ing. Leander Reinhard, Grube Reden I n den letzten Jahren konnte die Gewinnungslei ­ stung im deutschen Steinkohlenbergbau trotz der gegenüber anderen Bergbauländern ungünstigen Teufen, geologischen Lagerungsverhältnissen und Flözmächtigkeiten erheblich gesteigert werden. So war es möglich, im Ruhrgebiet in Einzelfällen Gewin ­ nungsleistungen von 30 t/MS zu erreichen. Im all ­ gemeinen sind heute Gewinnungsleistungen von 10 bis 15 t/MS keine Seltenheit mehr. Diesen Lei ­ stungsanstieg in der Gewinnung kann man in erster Linie dem Einführen der vollmechanisierten Kohlen ­ gewinnungsmaschinen und dem hydraulischen Strebausbau zuschreiben. Der an sich beachtliche Erfolg in der Kohlengewinnung wird aber durch den beträchtlichen Leistungsabfall im Flözbetrieb (Ge ­ winnung bis zur Ladestelle am Blindschacht oder Querschlag) geschmälert. Ein großer Teil der Ge ­ winnungsleistung wird in den Abbaustrecken auf ­ gezehrt. Es drängt sich daher die Frage auf, ob nicht auch bei unseren Lagerungsverhältnissen Möglich ­ keiten bestehen, in der Vorrichtung durch Einsatz von zweckmäßigen Maschinen und straffe Organi ­ sation Leistungen zu erzielen, die denen in den Ge ­ winnungsbetrieben nahekommen. Die Leistung in den Abbaustrecken wird beim Vor ­ bau durch die Abhängigkeit vom nachfolgenden Strebbetrieb begrenzt. Es lohnt sich daher nicht, Streckenvortriebsmaschinen einzusetzen, die den vollen Streckenquerschnitt hereingewinnen, wie Continuous Miner und dgl., weil die Leistungs ­ fähigkeit dieser Maschinen nicht ausgenutzt werden kann und die Kosten zu hoch liegen. Deshalb ist man dazu übergegangen, einzelne Arbeitsvorgänge zu mechanisieren, vor allem die Ladearbeit. In fast allen Betriebspunkten erfolgt das Bohren von Hand mit Schlagbohrhämmern und Kohlendrehbohr ­ maschinen. Es wurden auch Schlitz- und Schräm ­ maschinen eingesetzt, um das Herstellen des Ein ­ bruches von Hand und das Schießen in einzelnen Zündgängen zu vermeiden. Außerdem wird Spreng ­ stoff eingespart. Die Schrämmaschinen haben zu ­ dem noch den Vorteil, daß mit ihnen das geschos ­ sene Haufwerk bis zu 80 Prozent abgeräumt werden kann. Für die Mechanisierung der Ladearbeit sind ver- Abb. 1: Auf Schienen laufender Wurfschaufellader mit an ­ gehängtem, seitlich abwerfenden Ladewagen schiedene Verfahren, besonders in größeren Quer ­ schnitten, im Zusammenhang mit den Streckenför ­ dermitteln entwickelt worden. In erster Linie ging man davon aus, noch vorhandene Maschinen nutz ­ bar zu machen. Wie schon erwähnt, werden gerne leistungsfähige Schrämmaschinen in Flözstrecken eingesetzt. Die Abbildung 1 zeigt eine einfache und billige Lösung. Es ist ein auf Schienen laufender Wurfschaufellader, der über einen angehängten Ladewagen seitlich auf einen Doppelkettenstegför ­ derer abwirft. In Abbildung 2 sieht man einen 8 BU Greifarmen ­ lader (JOY-Lader) der amerikanischen Firma JOY. Diese Maschine hat sich in Flözstrecken mit grö ­ ßerer Kohlenmächtigkeit und geringem Einfallen