44 ===£> Gaswege im Flöz und Gestein ^ Gaseintritt in den Wetterzug ohne Gasabsaugung. Das Grubengas zieht durch Spalten und Klüften des Ge ­ steins in den Wetterzu^g. In der Folge hat es sich gezeigt, daß in einer schlag ­ wetterreichen Grube sehr viel mehr Gas aus den Kohlenstreifen des Hangenden und Liegenden kommt, also durch Absaugung zu erfassen ist, als aus dem abgebauten Flöz selbst. So gelingt es bis zu 90 % des im Abbau freiwerdenden Grubengases abzusaugen und damit unschädlich zu machen. Die Vorteile der Gasabsaugung für eine Schlag ­ wettergrube sind trotz des damit verbundenen Auf ­ wandes überzeugend. An erster Stelle steht natür ­ lich die Erhöhung der Sicherheit. Es leuchtet ein, daß die mit dem Grubengas verbundenen Gefahren in dem Maße geringer werden, wie es gelingt, einen Teil dieses Gases abzusaugen. Da durch die Gas ­ absaugung jetzt nur noch ein Teil des Gases den Wetterstrom belastet, gelingt es mit weniger Wet ­ tern die vorgeschriebene 1 %-Grenze zu halten. Dadurch werden die Wettergeschwindigkeiten und auch die Staubbelastung der Wetter verringert. Der Sog am Ventilator kann kleiner gehalten werden, was zu einer wesentlichen Verminderung der durch Schleichströme verursachten Brandgefahr führt. Diese Fortschritte in der Sicherheit können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und würden alleine genügen, die Gasabsaugung und die damit verbun ­ denen Aufwendungen zu rechtfertigen. Sicherheit und Gesundheit der im Bergbau arbeitenden Men ­ schen haben stets gegenüber anderen Überlegun ­ gen den Vorrang. Aber auch betrieblich bringt die Grubengasab ­ saugung in einer schlagwetterreichen Grube ent ­ scheidende Vorteile. Da durch die Gasabsaugung die 1 %-Grenze stets gehalten werden kann, ist ein regelmäßiger Verhieb eines Abbaustrebes möglich, ohne daß die täglich geförderte Kohlenmenge mit Rücksicht auf die Ausgasung beschränkt werden muß. Bei dem guten Wirkungsgrad der Gasab ­ saugung ist in den meisten Fällen sogar möglich, die bisher mit Druckluft betriebenen Antriebsmotore durch elektrische Motore zu ersetzen. Druckluft ist als Antriebsenergie um ein Mehrfaches teurer als Elektrizität, so daß der Einsatz von Elektromotoren eine beträchtliche Senkung der Energiekosten mit sich bringt. Dazu kommt schließlich, als Nebenverdienst sozu ­ sagen, daß das in Rohrleitungen nach über Tag gebrachte hochprozentige Grubengas eine beacht ­ liche Energiequelle darstellt und nutzbringend ver ­ wertet werden kann, III. Für die Grube Luisenthal, seit ihrem Bestehen eine der schlagwetterreichsten Gruben der Saar, kam die Erfindung der Gasabsaugung einer technischen Revolution gleich. Während sich die Grube unter der Last der Schwierigkeiten vorher nur mühsam über Wasser gehalten hatte, war jetzt durch die Gasabsaugung erstmalig eine günstige Entwicklung der mit großen Fettkohlenvorräten ausgestatteten Grube möglich. Die gebotene Chance wurde auch sofort erkannt und die neuen Erkenntnisse der Gas ­ absaugung in weitestem Umfange angewandt. Die Gasabsaugung wurde planmäßig eingeführt, und nach kurzer Zeit war Luisenthal die Grube mit der größten Gasabsaugung an der Saar geworden. Alle bekannten Verfahren der Gasabsaugung kamen hier zum Einsatz und wurden in wesentlichen Teilen hier verbessert und vervollkommnet. Die Erfolge der Gasabsaugung sind auf der Grube Luisenthal besonders sichtbar. Die abgesaugte Gas ­ menge stieg sehr rasch und erreichte 1954/55 einen Höchstwert (Abb. 2). Die Verminderung in den fol ­ genden Jahren ist auf einen stärkeren Abbau in dem weniger gasreichen Alsbachfeld zurückzuführen. Durchschnittlich werden 30—40 % des anfallenden Gases abgesaugt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil des Grubengases in den Querschlägen und Blindschächten des Frisch ­ wetterweges ausströmt und nicht abgesaugt werden kann. Der Anteil des abgesaugten Gases in den Abbaubetrieben schwankt zwischen 50 % und 90 % des Gesamtanfalles. Sehr ausgeprägt war als Folge der Gasabsaugung der Rückgang der Flözbrände, die wegen der Nei ­ gung zur Selbstentzündung einiger Flöze zu den Hauptsorgen und Gefahren der Grube Luisenthal gehörten. Wirtschaftlich ist jeder Grubenbrand ein schwerer Verlust, denn Abdämmungs- und Siche ­ rungsarbeiten sind sehr kostspielig. Nicht selten geht zudem ein Teil der Streb- oder Streckenaus ­