33 der Saarbergwerke AG Von Dipl.-Ing. Willi Mattem, Kraftnetzabteilung D ie elektrische Energie hat bei der Kohlegewin ­ nung in den letzten Jahrzehnten laufend an Bedeu ­ tung gewonnen. Ihr Anteil an der Tonne Nettoförde ­ rung ist besonders nach dem zweiten Weltkrieg sprunghaft gestiegen. 1947 betrug z. B. der Ver ­ brauch an elektrischer Energie bei den Saarberg ­ werken u. T. je Tonne Nettoförderung, ohne Wasser ­ haltung und Lokförderung, im Jahresdurchschnitt 0,89 kWh, 1960 dagegen 5,64 kWh. Rechnet man den Gesamtverbrauch über und unter Tag auf die Tonne Nettoförderung um, ergibt sich 1960 ein Ver ­ brauch von 43,8 kWh. Insgesamt hatten die Saar ­ bergwerke 1960 einen Verbrauch an elektrischer Energie von 705,6 Millionen kWh bei Leistungsspit ­ zen von 125 000 kW. In den Gruben wird die elektrische Energie von den drei grubeneigenen Kraftwerken Fenne, Weiher und St. Barbara geliefert. Der Verbrauch der Gruben be ­ trägt etwa ein Drittel der Gesamtproduktion dieser drei Kraftwerke. Die elektrische Energie wird in den Generatoren der Kraftwerke bei einer Spannung von 10 000 V er ­ zeugt, mit Transformatoren auf 65 000 V umgespannt und dem Hochspannungsverteilungsnetz, das als Freileitungsnetz ausgebildet ist, zugeführt. In den Schwerpunkten der Versorgung, den großen Gru ­ benanlagen, wird die elektrische Energie in Freiluft- Umspannstationen — Abb. 2 — auf die Verbrauchs ­ spannungen von 10 000 V und 5 000 V transformiert und über große 10-kV- und 5-kV-Schaltanlagen den Verbrauchern zugeführt. Die Außenanlagen werden meist über 10-kV-Kabel versorgt. Diese Kabel spei ­ sen ebenfalls wieder 10-kV-Schaltanlagen, an die die einzelnen Verbraucher angeschlossen sind. Das gesamte Verteilungsnetz, also das 65-kV-Frei- leitungsnetz und das 10-kV-Kabelnetz einschließlich der Transformatoren mit einer Unterspannung von 5000 V (vereinzelt auch noch 2000 V) und der dazu ­ gehörigen 10-kV-Schaltanlagen werden unter dem Begriff „Kraftnetz“ zusammengefaßt. Das Kraftnetz 65 kV Freiluft-Schaltanlage Dechen