29 Die ELEKTRIZITÄT hilft dem saarländischen Bergmann Von Obering. Dipl.-Ing. Otto Wogner, OBWD-EM Im Jahre 1947 betrug die Förderung der Saar ­ bergwerke AG 10 485 130 t Kohlen, für die 9 536 322 Untertageschichten verfahren wurden. 1960 dage ­ gen wurden 16 233 725 t gefördert, dabei war aber die Zahl der Untertageschichten auf 8 066 673 abge ­ sunken. Dieses war zum Teil durch einen verstärk ­ ten Einsatz von Maschinen möglich. Wie stark die Mechanisierung und Elektrifizierung in diesem Zeit ­ raum fortgeschritten ist, wird an der Menge der ver ­ brauchten Energie besonders deutlich. Während 1947 für jede Tonne geförderte Kohle durchschnittlich 0,86 kWh Elektronenenergie und 446 cbm Druckluft verbraucht wurden, änderten sich diese Werte bis 1960 auf 5,04 kWh und 277 cbm. Die verbrauchte Energiemenge ist wohl im ganzen gestiegen, trotzdem waren die dafür aufgewand ­ ten Kosten geringer, da die elektrische Energie we ­ sentlich billiger als die Druckluft ist. Dazu kommt, daß das Druckluftnetz mit seinen Verlusten immer, d. h. auch sonn- und feiertags, auf seinem Nenn ­ druck gehalten werden muß. So treten hier die Ver ­ luste dauernd auf, bei der Elektroenergie dagegen nur dann, wenn dem Netz Energie entnommen wird. Daher wird man überall dort, wo die Wetterverhält ­ nisse es zulassen, der Elektrizität der Druckluft ge ­ genüber den Vorzug geben. Die nachstehende Zahlentafel zeigt ein Beispiel, in ­ wieweit die elektrische Energie der Druckluft über ­ legen ist. Walzenschrämmaschine mit Elektromotor Kettenschrämmaschine mit Druckluftmotor Motorstärke Max. Schrämgeschwindigkeit Energieverbrauch im Mittel je Stunde Energiekosten je Stunde (nach den heutigen Verrechnungssätzen) 70 PS = 51,5 kW 100 kW 1 m/min. 6 m/mln. 4 200 cbm 73 kWh DM 23,23 DM 3,87 Ein anschauliches Bild über die Zunahme der Elek ­ trifizierung ergibt sich aus dem Elektrifizierungs ­ grad, der den Verbrauch an Elektroenergie im Ver ­ hältnis zur verbrauchten Gesamtenergie angibt. In Abbildung 1 ist dieser Elektrifizierungsgrad für den Untertagebetrieb — ohne Wasserhaltungen und Lo ­ komotivförderung — zusammengestellt. Heute fließen in unseren Untertagenetzen Strome mit Spannungen bis 5000 Volt, und es ist für den Bergmann schon eine Selbstverständlichkeit, die elektrischen Leitungen und Anlageteile sorgfältig und pfleglich zu behandeln. Glücklicherweise ist seit 1945 bis heute kein einzi ­ ger tödlicher Unfall in unseren Untertagebetrieben durch Einwirkung des elektrischen Stromes zu ver ­ zeichnen. Hier zeigt sich die Zuverlässigkeit und Verantwortung unserer Bergleute und Elektriker in bezug auf die elektrischen Anlagen. Indessen: jede Energieform kann, wenn sie falsch angewendet oder unkontrolliert frei wird, gefährlich werden. Aus diesem Grunde werden Sicherheits ­ maßnahmen getroffen, die Leben und Gut vor den Gefahren des elektrischen Stromes schützen. Tritt eine für den Menschen gefährliche Berührungsspan ­ nung auf oder droht ein Kurzschluß sich auszuwir ­ ken, so werden die betroffenen Leitungen in Bruch ­ teilen von Sekunden automatisch abgeschaltet. Wenn von Elektrizität gesprochen wird, so denkt