117 Die erste Glück-Auf-Quelle im Weilerbachtal in Heinis Von Theo Schwinn er Bergmannsgruß „Glück auf!" ist weit verbrei= tet im Sprachgebrauch, nicht nur im bergmänni= sehen Leben, sondern auch bei öffentlichen Reden. Dieser Gruß begegnet uns auch oft als Bestim= mungswort bei zusammengesetzten Dingwörtern, wie Gliickauf=Apotheke, Glückauf=Drogerie, Glück= auf=Gaststätte. Es gibt sogar einen Gliickauf= D=Zug. Aber eine Glückauf=Quelle gibt es im Saarland erst seit dem 3. Juli 1960. Doch darüber später. Der Gruß „Glück auf!" wird meistens falsch ge= deutet, denn er hat ursprünglich nichts zu tun mit der glücklichen Auffahrt zu Tage. Im Etymologi= sehen Wörterbuch der deutschen Sprache von Kluge/Götz heißt es: „Glück auf!", Zuruf, Gegen= stück zu der alten Grußformel „Glück zu!", die seit Ausgang des 15. Jahrhunderts als Begegnungs= und Abschiedsgruß beliebt geworden war. Ihm tritt zuerst in Nürnberg 1597 der ermunternde Zuruf „Glück auf!" mit anfeuernder Bedeutung an die Seite. Im Erzgebirge wird er 1675 zum berg* männischen Gruß, mit dem sich die Knappen vom „Glück zu!" der städtischen Zünfte absetzen. Im „Neuen Herder" wird „Glück auf!" so gedeu= tet: die Gänge sollen sich auftun, nicht schließen. In unserer Heimat wird dieser Bergmannsgruß seit 1678 nachgewiesen. Glückauf zielt auf „gute Ar= beit" hin in dieser ursprünglichen Anwendung. Auch ist er ein äußeres Zeichen für die berufliche Zusammengehörigkeit. Warum gab der Heimat= und Verkehrsverein Hei= nitz seiner neuen Brunnenanlage diesen Namen? Blättern wir in ihrer Geschichte: Alten Einwohnern von Heinitz ist diese Quelle als ein unscheinbares, von vielen unbeachtetes kleines Rinnsal noch in Erinnerung. In der Nähe des unte= ren Weihers, am Nordhang des Weilerbachtales, unter starken Eichen und Fichten, Hainbuchen und Lrlenunterholz, sprudelte die klare Quelle, und in einem sumpfigen Graben floß das Wässerlein dem Wiesengelände zu. Ende der dreißiger Jahre faßte ein Pumpenwärter namens Becker von der Pumpenanlage der Grube Heinitz zur besseren Wasserentnahme die Quelle in einem Rohr. Nach diesem Pumpenwärter wurde sie jetzt allgemein „Becker=Brünnche" genannt. In der Chronik wird erwähnt, daß im Jahre 1760, von einer Mulde knapp 20 m östlich der Quelle aus= gehend, ein Stollen, der sog. „Riedstollen", sich in westlicher Richtung bis etwa zur heutigen oberen Straßenbahnhaltestelle erstreckte. Er war vom da= maligen Eisenwerk in Neunkirchen zum Abbau von Toneisensteinen in den Berg getrieben wor= den. Es ist anzunehmen, daß sich das Grundwasser des aus Tonschiefer, Lette, Lehm und Konglo= meraten bestehenden Bergrückens auf der Sohle des Stollens sammelte, dem Gefälle folgte und hier zum Ausbruch kam. So mag also dieser alte „Ried= Stollen" der eigentliche Ursprung dieser Quelle sein. Selten hat eine Quelle eine so schöne Lage wie diese! Am Rande des zu allen Jahreszeiten stim= mungsvollen Weilerbachtales mit den 3 Weihern, unter schattigen Bäumen, war sie schon immer mit ihrem frischen, wohlschmeckenden Wasser ein An= ziehungspunkt bei Wanderungen und Spaziergän= gen. Schulklassen spendete sie Erfrischung, Jugend* gruppen, die an den Weihern ihre Zelte aufschlu= gen, gab sie das Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen. In den Jahren des Baues der Riedsied= lung holten sich viele der Bauenden, solange die Versorgungsleitungen noch nicht gelegt waren, das Wasser an dieser Quelle. Um diese Quelle zu einer Stätte der Erbauung und Erholung zu gestalten, begann im Spätsommer 1959 der Heimat* und Kulturverein mit Geneh= migung des Forstamtes mit dem Bau der neuen Anlage. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurde das Vorhaben verwirklicht. Auch die Buben der Oberklasse arbeiteten, entsprechend ihren Kräf= ten, unter Leitung ihres Lehrers mit. Als Motiv des Brunnenbaues wurde der Eingang des 1847 ange*