45 Sozialprogramm dem Saarbergmann? m saarländischen Bergbau wurde der sozialen Betreuung der Belegschaft schon immer eine beson ­ dere Beachtung geschenkt. Der Konkurrenzkampf der Kohle mit anderen Energieträgern und die damit verbundenen betriebsnotwendigen Rationali ­ sierungsmaßnahmen und Verlegungsaktionen mach ­ ten verstärkte Anstrengungen auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge notwendig. Der Begriff der sozia ­ len Sicherheit beinhaltet in betrieblicher Hinsicht zuerst einmal die Erhaltung der Arbeitsplätze. Da ­ bei war und bleibt es immer Hauptziel der Unter ­ nehmensleitung, die Arbeitsplätze für alle fleißigen und tüchtigen Belegschaftsmitglieder zu erhalten. Die Vermeidung von Entlassung kann als großer Erfolg im Sinne einer sozialen Befriedung des Saar ­ bergbaus gewertet werden. Aber auch die institutio ­ nelle Sozialarbeit wurde, den derzeitigen Gegeben ­ heiten entsprechend, auf eine neue Grundlage ge ­ stellt. Ein Teil der bisherigen Sozialeinrichtungen, wie Kindergärten, Haushaltschulen, Koch- und Näh ­ kurse. war in den Nachkriegsjahren entstanden, als das staatliche Gemeinwesen nach den Kriegszer ­ störungen erst wieder im Aufbau begriffen war. Es ist keinesfalls so, daß die Notwendigkeit der vor ­ stehend erwähnten Sozialeinrichtungen verkannt würde, aber die betriebliche Sozialpolitik hat sich als Teil der gesamten Betriebspolitik in erster Linie den jeweiligen Änderungen der Lage eines Unter ­ nehmens anzupassen. Hinzu kommt, daß die bis ­ herigen Einrichtungen nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Belegschaftsmitglieder und ihrer Angehörigen zugute kamen. So besuchten Ende 1959 nur 980 Bergmannskinder die Werkskinder ­ gärten, während sich die Zahl der 3—6jährigen Kinder aller Belegschaftsmitglieder auf etwa 15 000 beläuft. Ähnlich war die Situation bei den Haus ­ haltungsschulen, den Koch- und Nähkursen. Es kam deshalb nach der Gründung der Saarberg ­ werke Aktiengesellschaft darauf an, die bestehen ­ den Sozialeinrichtungen so umzuformen und auszu ­ bauen, daß sie hauptsächlich dem schaffenden Bergmann zugute kommen, daß in erster Linie das aktive Belegschaftsmitglied und seine Gesundheit in den Mittelpunkt der betrieblichen Sozialpolitik gestellt werden Dazu wurde von der Arbeitsdirektion ein neues Für 65 Prozent der Belegschaftsmitglieder der Saargruben, die insgesamt in rund 750 Ortschaften beheimatet sind, beträgt im Durchschnitt der Anreiseweg bis zum Arbeitsplatz für eine einfache Fahrt täglich 18 Kilometer. Einer ständigen Ver ­ besserung des Bergarbeitertransports mit dem Ziel, Zeitgewinne für die Bergleute zu erzielen, widmet die Unternehmens ­ leitung besondere Aufmerksamkeit.