82 Der Hauptaltar in Gräfinthal hierzu: Bliesmengen bedeutet „Ort zu den Magin= gen", das ist der Ort, wo sich die Sippe eines ger= manischen Ansiedlers namens „Mago" niederließ und die Ortschaft „Magingen = Mengen" grün= dete. Die Herren von Mengen hatten eine Burg unmittelbar an der Blies. Es war eine Wasserburg. Nur eine Erderhebung im flachen Gelände mit einem kleinen Mauerrest läßt noch auf die Was= serburg schließen. Die Burg wurde 1362 durch die Herren von Bitsch zerstört und nicht mehr auf* gebaut. Da ist weiter Reinheim, das von den Kelten besie= delt war. 1933 wurden hier keltische Bodenfunde gemacht. J. Moreau schreibt in seinem Buch „Die Welt der Kelten": „Sehr orientalisch wirken die Goldsachen, die im Frauengrab von Reinheim ge= funden worden sind. Der Goldtorques, der an der Stelle des Halses lag, ein dreilamellig gedrehter, vorne offener Reif, ist mit plastisch gearbeiteten Enden versehen. Diese sind mit Knöpfen, mensch= liehen Köpfen und Löwenmasken verziert. Über den Köpfen erhebt sich ein Vogelkopf mit Flügeln, die unten mit waagerecht liegenden Ohren ver* sehen sind. Unter dem Kinn der Menschenköpfe hängen drei Quasten, die in einer Ranke endigen. Die Ranke umgibt den Menschern und den Vogel= köpf, so daß aus den beiden ein einziges Wesen wird. Noch reicher verziert ist der offene Armreif, der aus der gleichen Werkstatt wie der Torques stammt. Die menschliche Figur ist dort zur Halb* figur einer geflügelten Sphinx mit geschuppten und gefiederten Oberarmen geworden, die sich in eine Leier= und Perlenornamentik einfügt. Die Kanne, die neben vielen anderen Grabbeigaben (Spiegel, Anhänger, Perlen, Glas* und Lignitarm= ringe) gefunden wurde, ist ein sehr schönes Stück, das von der gleichen Hand angefertigt wurde wie die Kanne von Waldalgesheim, Der Deckel trägt einen Kentauren mit Pferdekörper und vol!bärti= gern Menschenkopf. Die gegossenen Muster des Henkels (männliche Gesichtsmaske über einem Widderkopf) entsprechen dem orientalisierenden Geschmack des Goldschmucks , . 1785 wurden in Reinheim Grundmauern eines Ve= nustempels, 1806 eine römische Badeanlage frei* gelegt. Beachtliche Kunstschätze sind in der 1790 erbauten Kirche vorhanden. Die Kanzel aus Eichern holz wird von dem Riesen Simson getragen. Bis ins einzelne sind die Flachreliefs ausgearbeitet. Die Beichtstühle stammen aus dem ehemaligen Kloster Gräfinthal, die Holzschnitzereien sind ein Werk des Meisters J. F. Maderstock. Die Reichsgräfin Marianne ist die Erbauerin der Kirche. Der jetzige Kirchturm, Heidenturm, ist ein alter Rundbau aus der Römerzeit; im 12 Jahrhundert wurde er bau= lieh verändert. Zu erwähnen sind noch der Heide= oder Heilbrunnen sowie das keltische Fürstengrab auf dem „Heidenhübel" aus dem Jahre 400 vor Chr. Geburt. Und da ist schließlich noch Erfweiler im Mandel= bachtal, wo bedeutende Funde von Bauresten auf eine römische Niederlassung schließen lassen. Ur= kundlich wird der Ort 1264 erstmals genannt. „Erf* wilre" heißt es dort. Sehenswürdigkeiten sind der runde Kirchturm, die Zehntscheuer und in der Pfarrkirche der Kelch aus dem Jahre 1617. Der runde Kirchturm verjüngt sich nach oben; er ist der älteste runde Kirchturm im unteren Bliesgau. Dieser Turm gehörte im Mittelalter zum befestig* ten Hause der Ritter von Erfwiler. gewinn JÜr Kenntet* <|J^> Biomenthol verstärkte Eukatyptus-Menthol-Bonbons Für den Bergmann unentbehrlich Seit Jahrzehnten bewährt Ein Versuch wird Sie überzeugen!