77 Don i^ci: /^loftetfiudjc gut’ Oynngogc Die Geschichte des ehemaligen Franziskanerklosters in Homburg VON PFR. KARL FISCHER v /n Anbetracht des hohen Alters der Stadt Hom= bürg ist es besonders zu bedauern, daß die älte= sten Kirchenbauten, die von der städtischen Ver= gangenheit zeugen, nicht mehr erhalten sind. Von den ältesten Kirchen in Reiskirchen und Beeden zeugen nur noch kümmerliche Reste, die refor= mierte Kirche wurde 1938 abgetragen. Die beiden jetzigen Stadtkirchen ruhen auf den Fundamenten älterer Kirchen und wurden im 19. Jahrhundert erbaut. Nunmehr werden die letzten Reste der ehemaligen Franziskanerkirche verschwinden, da die Ruine von privater Seite angekauft wurde und zu einem Wohnhaus umgebaut werden soll. Bei der Prüfung der Fundamentverhältnisse stieß man etwa in Höhe des Beginns der Fundamente im Südteil der Kirche auf eine Gruft, in der sich ein fast völlig verfallener Holzsarg mit einem Skelett befand. Nach den spärlichen Überresten läßt sich schließen, daß es sich um die Bestattung eines Angehörigen der ehemaligen Klostergemeinschaft handelt. Das Kloster selbst ist seit mehr als ein= hundertfünfzig Jahren aufgehoben, und der Augen= blick, in welchem die Kirche völlig verschwinden wird, ist wert, die Geschichte dieses Klosters zu erzählen. Die Niederlassung der Franziskanermönche hängt zusammen mit der Besetzung des Saarlandes und der Rheinprovinz durch Ludwig XIV. in den Reu= nionskriegen. Homburg wurde der Sitz des Gou= verneurs der Saarprovinz, de la Goupilliere, und die alte Burg wurde zu einer Festung nach den Plänen Vaubans ausgebaut. Mit der französischen Verwaltung kamen auch katholische Geistliche, die die Katholiken der Grafschaft Saarbrücken und des Herzogtums Zweibrücken sammeln und außer= dem die Lutheraner und Reformierten des Landes wieder der katholischen Kirche zuführen sollten. In den Plänen der Stadt und Festung Homburg, die von dem französischen Festungsbaustab aus= gearbeitet wurden, war bereits ein Platz für die Klosterkirche vorgesehen. Die Franzosen boten etwa um das Jahr 1684 den Franziskanern der Kölner Ordensprovinz eine Missionsstation in Homburg an, wie sie kurz zuvor auch in Meisen= heim von dem gleichen Orden eingerichtet wurde. Am Montag der Karwoche des Jahres 1684 hielten die Franziskaner ihren Einzug in die Stadt unter der Leitung eines Präses, da es sich zunächst um eine kleinere Niederlassung handelte, der kein Guardian zustand. In den Annalen des Klosters berichtet der erste Präses über seine Eindrücke in der Stadt: „Horm bürg besteht aus einer befestigten Burg und einem Flecken. Die Burg liegt auf einem langgestreckten, sich allmählich senkenden Berg, an dessen Ab= hang die Hütten des Fleckens sich ausbreiten. Un= ter der Herrschaft der Grafen von Nassau war ein großer Teil des Gebietes von dichtem Wald be= deckt und sumpfig. Auf der rechten Seite aber, von Osten nach Westen, zog sich ein fruchtbarer Land= strich hin. Als die Franzosen 1679 Stadt und Burg besetzt hatten, hieben sie den Wald um, entwäs= serten den sumpfigen Boden und bildeten durch das zusammengeleitete Wasser einen Bach, der mehrere Mühlen zu betreiben vermochte. Dadurch erhielt man Boden für den Ackerbau, und bald blühte die Landwirtschaft, vor allem Obstbaurm zucht und herrliche Wiesen lieferten gutes Futter. In kurzem entstand eine kleine Stadt mit Mauern, Türmen und Toren, durchschnitten von dem Bache. An Stelle der früheren Baracken erheben sich an= sehnliche Häuser, und die einst so sumpfige Ge= gend ist jetzt fruchtbares Ackerland, wie es einst nur jener schmale Landstrich war." Die Ankunft der Franziskaner vollzog sich in einer Zeit, da nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges eine vollständig neue Stadt aus dem Bo= den gestampft wurde. Der Klosterbezirk kam innerhalb der Stadtmauern zu liegen, so daß sich auch heute noch die restlichen Klostergebäude mitten im Stadtkern von Homburg befinden. Wenn der erste Präses der Niederlassung P. 5eve= rinus Lawe in seiner Klosterchronik berichtet, daß sie bis zum Jahre 1686, also in einem Zeitraum von zwei Jahren, 288 Calvinisten bekehrten, 300 Taufen, 30 Beerdigungen und 30 Trauungen vor= nahmen sowie 400 arme Delinquenten zum Galgen begleitet haben, so erscheinen die hohen Zahlen ein wenig übertrieben. Sie können jedenfalls nicht mit dem ersten katholischen Kirchenbuch aus der fraglichen Zeit, in dem alle Eintragungen seit dem Jahre 1679 vorgenommen wurden, in Einklang ge=