27 b) Das Schrämen auf dem Panzer mit und ohne Räumen: Beim Schrämen auf dem Panzer (s. Abb. 3) kann nur 1 Maschine im Streb eingesetzt werden, da es nicht möglich ist, das gesamte Fördergut einer Schrämmaschine unter der anderen durchzufördern. Da aber auch bei dieser Methode der Abbaufort ­ schritt von 2 m/Tag gehalten werden sollte, suchte man Mittel und Wege, das Schrämen einer Maschine derart zu beschleunigen, daß sie einen Streb un ­ gefähr in der gleichen Zeit geschrämt hat wie 2 Maschinen bei der Überschrämmethode. In Maybach ist eine Schrämeinrichtung geschaffen worden, die dies ermöglichte. Diese Einrichtung sei an Hand der Abb. 4 beschrieben: In der Kopfstrecke des Strebes stehen eine Sicher- heits- und eine Schrämwinde. Das Seil der Sicher ­ heitswinde ist am Kabelschlitten angeschlagen, der seinerseits durch Seile mit der Schrämmaschine verbunden ist. Das Seil der 2. Winde (Schräm ­ winde), das ebenfalls der Streblänge entsprechen muß, geht auf die Seiltrommel der Schrämmaschine. Eine 3. Winde (Räumwinde) steht in der Fußstrecke (nur in der flachen Lagerung). An Stelle der Winden in der Kopfstrecke kann auch die von der Grube gebaute kombinierte Schräm- und Sicherheitswinde hinter dem Panzerantrieb eingebaut werden. Sie ist mit dem Rahmen des Panzerantriebes verbunden und wird mit dem Antrieb gerückt. Auch die Räum ­ winde wird zum Teil im Streb eingebaut. Schräm ­ maschine, Kopf- und Fußstrecke stehen in ständiger telefonischer Verbindung. Mit dieser Einrichtung sind die Leerlaufzeiten und Nebenarbeiten auf ein Mindestmaß herabgesetzt worden. Außerdem hilft die Schrämwinde der Kopfstrecke die Schrämma ­ schine durch den Stoß ziehen, wodurch einerseits der Schrämmaschinenmotor entlastet und anderer ­ seits die Marschgeschwindigkeit der Maschine er ­ höht wird. Sind 25 m (Fassungsvermögen der Schrämmaschinentrommel) abgeschrämt, wird das Schrämseil auf die Schrämwinde der Kopfstrecke aufgetrommelt. Das Schrämen kann nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden. Mit dieser Ein ­ richtung ist es möglich, einen Streb von etwa 200 m in etwa 1 Stunde zu schrämen. Diese Zeit wird von den Kohlenhauern benutzt, um die Stempel zu rauben und zu stellen. Die Organisationsform der Überschrämmethode — also der arhythmische Be ­ trieb — ist im Prinzip beim Schrämen auf dem Panzer beibehalten worden. Abweichen davon muß man in der halbsteilen Lagerung, da dort das Schrämen aus sicherheitlichen Gründen auf den Schichtwechsel verlegt wird. Daß mit dem Schrämen auf dem Panzer auch in der halbsteilen Lagerung ähnliche Fortschritte erzielt wurden wie mit der Überschrämmethode, zeigen die Spitzenergebnisse einiger Strebe: Streb 2-West, Flöz 7, 4. Sohle (Abtlg. 1) 12°, 2,52 m/Tag im 0 April 1958. Streb 2-West, Flöz 17a, 3. Sohle (Abtlg. 5) 25°, 2,68 m/Tag im 0 Januar 1959. Streb 1 -West, Flöz 30, 3. Sohle (Abtlg. 7) 34°, 1,96 m/Tag im 0 Juli 1959. c) Das Hobeln: Beim Hobeln wird im Gegensatz zum Schrämen die Kohle nicht geschnitten, sondern geschält. Ge ­ winnen und Laden besorgt der Hobel — er ver ­ richtet demnach die vollmechanische Gewinnung. Die Arbeit der Kohlenhauer beschränkt sich auf das Lösen etwa überhängender Kohle und auf das Rauben und Einbringen des Ausbaues. Eine Be ­ schreibung der Hobelanlage an dieser Stelle er ­ übrigt sich, da im Bergmannskalender 1958 S. 35 ausführlich darüber berichtet wurde. In Maybach wurde 1957 in 4 Streben, davon einer in der halb ­ steilen Lagerung, gehobelt. Auf Grund dieser Ver ­ suche kann festgestellt werden, daß der Hobel in einigen ausgesuchten Flözen mit Erfolg eingesetzt werden kann. Die erzielten Betriebs- und wirtschaft ­ lichen Ergebnisse berechtigen jedoch noch nicht zu einem Einsatz des Hobels in größerem Ausmaß. Abb.--3; : Schrämen auf dem Panzer