22 Anfänglich tränkte man mit möglichst niedrigen Drücken und ging kaum über 10 atü hinaus, weil man eine ungünstige Auswirkung auf das Hangende und Liegende befürchtete. Vielleicht war dies mit ein Grund, weshalb das Tränken der Kohle, trotz der erzielten Anfangserfolge, viele Jahre hindurch nur vereinzelt bei besonders geeigneten Flözver ­ hältnissen Anwendung fand. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, als die verstärkt einsetzende Mechanisierung der Abbaubetriebe, insbesondere der erhöhte Einsatz von Schräm ­ maschinen, die Staubentwicklung in den Gewin ­ nungsbetrieben stark anwachsen ließ, schenkte man dem Stoßtränken erhöhte Aufmerksamkeit als Mit ­ tel einer wirksamen Staubbekämpfung. Dies um so mehr, als man erkannt hatte, daß die durch den Tränkvorgang verursachte Auflockerung der Kohle deren Hereingewinnung wesentlich erleichterte. Im Bestreben, sich diesen doppelten Vorteil auch in härterer Kohle zunutze zu machen, setzte man den Tränkwasserdruck bis zur Grenze des jeweils vor ­ handenen Betriebswasserdruckes herauf. Der An ­ wendung des Stoßtränkens war jedoch immer noch eine Grenze gesetzt, wenn der vorhandene Wasser ­ druck nicht ausreichte, den Gegendruck der Flöz ­ härte zu überwinden. Bei den heute allerorts eingesetzten Hochdruck- Tränkgeräten besteht diese Einschränkung praktisch nicht mehr. Unabhängig vom vorhandenen Betriebs ­ druck können im HD-Tränkgerät Wasserdrücke bis 275 atü erzeugt werden. Ein solches HD-Tränkgerät zeigt Abb. 1. Sein Kern ­ stück bildet ein zwangsgesteuerter Stufenkolben. Die große Kolbenseite wird mit Preßluft beauf ­ schlagt, wodurch der kleine Kolbenteil gegen die mit Leitungswasser gefüllte Wasserkammer gepreßt wird. Entsprechend dem Differenzverhältnis der Kolbenflächen entstehen so bei einem Luftdruck von 4,5 atü Wasserdrücke bis max. 275 atü. Die Druckwasserförderung erfolgt durch den zweiseitig arbeitenden Kolben impulsartig, was zu sehr gün ­ stigen Ergebnissen in der Auflockerung der Kohlen führt. Ein Rückschlagventil zwischen Pumpe und Druckleitung verhindert das Zurückfließen des Druckwassers. Den unterschiedlichen Kohlenhärten entsprechend sind die Geräte für Drücke von 100, 150 und 250 atü dimensioniert. HD-Tränkgeräte bis zu 150 atü Betriebsdruck wer ­ den zum Teil noch zusammen mit den oben be ­ schriebenen Tränkrohren zum Einsatz gebracht, doch bedient man sich immer mehr der neuen auto ­ matischen Tränkköpfe der Firmen Hausherr und Gründer, denen wegen ihrer Handlichkeit und selbst ­ tätigen Arbeitsweise der Vorzug zu geben ist. Einen Hausherr-Tränkkopf ATK 3 zeigt Abb. 2. Das Wasser wird dem Tränkkopf durch einen Hoch ­ druckschlauch zugeleitet. Ein im vorderen Ende ein ­ gebautes Druckventil gibt den Wasseraustritt erst nach Erreichen eines bestimmten Druckes, der zur Verspannung der Gummimanschette erforderlich ist, frei. So gelangt das Wasser zunächst in die Ring ­ räume „a“ und „b“ und drückt die Kolbenteile 2 und 6 gegen die Gummimanschette. Wie beim Tränkrohr dehnt sich die in ihrer Längsrichtung zu ­ sammengedrückte Manschette abdichtend gegen die Bohrlochwandung aus. Ein zwischen HD-Tränk- gerät und Tränkkopf geschaltetes Ablaßventil er ­ laubt ein Ablassen des Druckwassers und damit das Entspannen der Gummimanschette nach been ­ detem Tränkvorgang. Der ebenfalls vielfach eingesetzte Tränkkopf der Firma Gründer ist voll elastisch und zeigt einen sehr einfachen Aufbau. Hauptelement dieses Tränk ­ kopfes ist ein zweiteiliges Schlauchstück, dessen Wandungen unterschiedliche Festigkeiten aufwei ­ sen. Der erste Teil der Druckkammer hält einen Druck von 35 atü aus, während der andere einen Platzdruck von 400 atü hat. An die Druckkammer schließt sich die Tränkdüse mit einvulkanisiertem Druckventil an. Das andere Ende des Tränkkopfes wird durch einen Schlauchnippel zum Anschluß der HD-Schläuche abgeschlossen. Beim Einströmen des Druckwassers ist der Aus ­ tritt zunächst durch das Druckventil gesperrt. Das in der Druckkammer gestaute Wasser weitet die Wandung derselben wegen ihrer geringen Festig ­ keit auf und preßt sie fest und unverrückbar gegen die Bohrlochwandung. Wegen des viel höheren 3 — 1) Anschlußstück, 2) Druckkolben „a", 3) Manschette, 4) Tränkkopfrohr, 5) Druckventil, Abb. 2: Tränkkopf Typ ATK 6) Druckkolben „b"