21 Entwicklung des HD-Tränkens im Abbau Maschinen-technische Betrachtung der HD Stoß-Tränkgeräte Von Arnold Thommes — OBWD/EM LJm der mit der Arbeit des Bergmanns verbun ­ denen Staubentwicklung zu begegnen, und damit der Erhaltung seiner Gesundheit und Arbeitskraft zu dienen, ist man im Steinkohlenbergbau schon seit Jahren um eine intensive Staubbekämpfung bemüht. Hierbei hat sich die Bekämpfung des Staubes an seinem Entstehungsort als besonders wirksam er ­ wiesen. Man erreicht durch Naßbohren eine weit ­ gehende Staubbindung und erzielt durch Naßschrä ­ men sowie durch die Hereingewinnung mittels Naß ­ abbauhämmer eine unmittelbare Staubniederschla ­ gung. Eine weitere, sehr vorteilhafte Methode der Staub ­ bekämpfung stellt das Kohlenstoßtränkverfahren dar, durch welches außer einer guten Staubbindung eine Auflockerung der Kohle erfolgt. Dadurch wird, besonders beim Einsatz neuzeitiger Hochdruck ­ tränkgeräte, ein Hereinschießen der Kohle nach dem Schrämen oftmals überflüssig, oder die Schießarbeit kann stark eingeschränkt werden. Zur Durchführung des Kohlenstoßtränkverfahrens sind besondere Tränkgeräte erforderlich, deren Ent ­ wicklung, Aufbau und Arbeitsweise im folgenden kurz Umrissen werden soll. Das Prinzip des Tränkvorganges ist seit der ersten versuchsweisen Anwendung des Kohlenstoß-Tränk ­ verfahrens im Jahre 1890 auf der Grube Camp ­ hausen unverändert geblieben. Das Wasser wird dem Kohlenstoß durch besondere Tränkbohrlöcher mit Hilfe eines Tränkrohres zugeführt. Die Tränkgeräte paßten sich in ihren Konstruktio ­ nen den ständig wachsenden Erfordernissen des Betriebes an und wurden vom einfachen Tränkrohr zu leistungsfähigen Hochdrucktränkgeräten ent ­ wickelt. Die ersten Tränkgeräte hatten nur die Aufgabe, das Wasser mit Leitungsdruck in den Kohlenstoß zu pressen. Ein solches Tränkrohr besteht in der Haupt ­ sache aus einem Doppelrohr, dessen Innen- und Außenrohr sich mit Hilfe einer Spannmutter gegen ­ einander verschieben lassen, wobei die am vorderen Rohrende sitzende Gummimanschette zusammenge ­ drückt wird und sich abdichtend gegen die Bohr ­ lochwandung preßt. Eine Weiterentwicklung dieses Tränkrohres stellt das Hausherr-Tränkrohr Typ AT 1 dar. Bei diesem geschieht das Spannen der Gummimanschette nicht durch eine Spannmutter, sondern durch einen mit Druckwasser beaufschlagten Kolben. Beide Geräte werden an das Wassernetz der Grube angeschlos ­ sen und arbeiten mit dem jeweils vorhandenen Lei ­ tungsdruck.