19 Das unangenehme Wandern der Kettenschrämma ­ schine nach oben oder unten in weichere Lagen — bedingt durch das Schneiden in den Kohlenlagen, das heißt parallel zu ihnen — kann beim Walzen ­ schrämlader nicht mehr eintreten, da die Walze alle in ihrem Bereich liegenden Kohlen- und Gesteins ­ lagen senkrecht zu diesen schneidet (Abb. 2). Die Beanspruchung der Maschine ist für den Walzen ­ schrämlader nicht wesentlich gestiegen, dagegen mußte die Qualität und zum Teil die Form der Schrämmeißel verbessert bzw, geändert werden. Die Walzen zu den Eickhoff-Walzenschrämladern dürfen nur mit besten Qualitäten von Meißeln be ­ stückt werden, wohingegen für die S 16 von Sägern ein neuer, in seinen Schaft-Abmessungen verstärk ­ ter Meißel eingeführt wurde. Der Meißelwirtschaft wird sehr große Bedeutung beigemessen, kostet doch eine einzige Bestückung der Walze bereits über 500,— DM. Für beide auf den Gruben der Saarberg ein ­ gesetzte Typen von Walzenschrämladern ist die Möglichkeit gegeben, innerhalb kürzester Zeit den Walzenschrämkopf durch einen normalen Ketten ­ schrämkopf an Ort und Stelle im Streb zu ersetzen, d. h. die Gewinnungsmaschine den eventuell verän ­ derten Abbaubedingungen unverzüglich anzugleichen. Wir können also zusammenfassen, daß der Einsatz von Walzenschrämladern das Lösen und Gewinnen der Kohle nicht nur erleichtert, sondern vor allem weitgehend mechanisiert hat. Neben dem sauberen Laden des Abbaufeldes fördert ein Streb mit Wal ­ zenschrämlader seine tägliche Förderung weitaus kontinuierlicher, d. h. die gesamte Streckenförde ­ rung ist von einer stoßweisen Förderung entlastet. Nicht unwesentlich dürften auch die Auswirkungen auf das Hangende sein, da das bisher rasche Frei ­ werden eines Abbauraumes von etwa 2 m Tiefe jetzt auf eine längere Zeit verteilt wird (= 4 Schnitte mit jeweils 50 cm Tiefe). Dieser Bericht wäre jedoch unvollständig, würden wir nicht noch einen Ausblick auf die weitere Ent ­ wicklung geben. Für Ende 1959 wird in einer Grube der Saarbergwerke AG mit dem Einsatz des sog. Bohrschrämladers der Firma KORFMANN, Witten, gerechnet. Diese Maschine stellt eine vollkommen neue Konstruktion dar (Abb. 4). Sie fährt nicht mehr auf dem Fördermittel, sondern frißt sich — neben dem Förderer fahrend — gleichsam einem Maul ­ wurf durch die Kohle, entlang dem Stoß. Die Ma ­ schine arbeitet also vor Kopf, und zwar ist es in beiden Strebrichtungen möglich. Die Kohle wird durch Brechbohrkronen gelöst und durch besondere Ausbildungen derselben nach rückwärts in den Raum der umlaufenden Räumkette transportiert. Erst von hier aus wird die Kohle durch entsprechend groß dimensionierte Mitnehmer der Räumkette dem Fördermittel zugeführt. Der Bohrschrämlader kann bereits in Flözen ab 62 cm Mächtigkeit für Feldestiefen von 1,10 m ein ­ gesetzt werden. Die maximale Schrämgeschwindig ­ keit beträgt 2,5 m/min. Nach erfolgtem Schnitt (strebaufwärts) werden der Förderer an die neue Kohlenfront und die Maschine in den am Strebende bereits vorbereiteten neuen „Stall“ gerückt. Als ­ dann kann der zweite Schnitt — strebabwärts — beginnen. Es bleibt abzuwarten, welches Ergebnis der Ver ­ such mit dieser Maschine bringen wird. Da es sich um eine neue Methode handelt, wird die einset ­ zende Grube mit Geduld und einer beweglichen Organisation die Aufgabe lösen müssen. Ein Erfolg wird auch in diesem Falle dann nicht ausbieiben. Abb. 4: Bohrschrämlader der Firma Korfmann (Witten) — Type BSL 80-E