50 Hirschbach. Als im Jahre 1946 <lie Jägersfreuder Bergkapelle gegründet wurde, ließ er sich dort aufnehmen. Mit dieser Kapelle hat unser Jubilar schon mehrere große Konzertreisen unternommen. Vor etlichen Jahren konzertierten die Jägersfreuder anläßlich eines Jahrestreffens des Bundes europäi ­ scher Jugend in Fulda, dann beteiligten sie sich 1956 an einem internationalen Musikwettbewerb in Varallo (ItaUen), wo sie den dritten Preis errin ­ gen konnten, und 1958 fuhren sie nach München zum Deutschen Turnfest und marschierten im im ­ posanten Festzug der siebzigtausend Turner mit. All diese erlebnisreichen Fahrten werden unserem Jubilar in unvergeßlicher Erinnerung bleiben. Was Peter Quack sonst noch an Freizeit erübri ­ gen kann, kommt seiner Familie und seinem Gar ­ ten zugute. Er hat sich mit dem Ketteler-Verein ein Häuschen gebaut und besitzt einen 16 Ar gro ­ ßen Garten. Sein zweieinhalbjähriges Enkelkind, an dem er sehr hängt, begleitet ihn auf Schritt und Tritt, wenn er darin arbeitet. Die Gartenarbeit ist auch für Ausbildungshauer Quack ein gesunder Ausgleich zur bergmän ­ nischen Tätigkeit, die er seit vierzig Jahren aus ­ übt. Am 13. 11. 1917 fuhr unser Jubilar als Schlep ­ per auf Grube Jägersfreude an. Mit 22 Jahren war er Kohlenhauer. Bis 1952 hat er ununterbrochen vor Stoß gestanden, während der Evakuierungszeit 1939 bis 1940 in einer Grube im Ruhrgebiet, sonst immer in der Grube Jägersfreude. Seit 1952 ist Peter Quack als Ausbildungshauer unter Tage tätig. Er kommt gut mit den Lehrlingen zurecht, die in ihm den erfahrenen Bergmann achten. * ße/ujMta+ut und ßau&i aui 7Addition D er 56jährige Bergmannsbauer Hermann Zieg ­ ler aus Dilsburg gönnt sich nach der Schicht keine Ruhe. Wie schon sein Vater und Großvater, die ebenfalls Bergmannsbauern waren, arbeitet er in seiner Freizeit auf dem Acker und im Stall. Zwar hat er es leichter, seit seine beiden Söhne und die Tochter erwachsen sind und mit ­ helfen und auch weil er infolge der verkürzten Ar ­ beitszeit und des An- und Abtransports durch Auto ­ busse früher wieder zu Hause ist als zu Beginn seiner bergmännischen Tätigkeit. Er war am 15. 6. 1917 auf Grube Dilsburg angefahren und bis zur Stillegung der Grube im Jahre 1931 dort als Hauer geblieben. Nach kurzer Tätigkeit in Von- der-Heydt arbeitet er zweieinhalb Jahre lang auf Grube Jägersfreude. Am 1. September 1934 wurde er auf Grube Luisenthal verlegt, wo er bis zur Evakuierung im Jahre 1939 blieb. Nach einem kurzen Zwischenspiel in Göttelborn mußte er sidi an den Räumungsarbeiten in Luisenthal beteiligen. Nachdem er anschließend zwei Monate auf Grube Bergmannsbauer Hermann Ziegler bestellt mit HüK und Hott die eigenen Äcker Viktoria gearbeitet hatte, wurde er am 21. 8. 1941 wiederum nadi Götteliiorn verlegt, wo er heute noch als Putzer unter Tage tätig ist. Die Mühe und Arbeit, die sidi Bergmannsbauei Ziegler in seinem Leben madite, hat sich gelohnt. Fünf Jahre nach seiner Verehelidiung mit einer Bergmannsbauerntochter baute er sich ein Haus und bewirtschaftete seine drei Hektar Land. Dabei lag nicht die geringste Last auf den Schultern sei ­ ner Frau, der die Arbeit aber Freude madite und die es heute noch nicht fertig bringt, die Hände in den Schoß zu legen. Als sehr günstig erwies es sich, daß das Land ungeteilt zusammenlag, so daß die Eheleute keine weiten Wege zu ihren Feldern zurücklegen mußten. Ein Hektar Land hat Berg ­ mannsbauer Ziegler inzwischen seiner verheirate ­ ten Tochter überschrieben, der er auch beim Bau ihres Hauses unter die Arme griff, So verbleiben ihm nur noch zwei Hektar, die er mit Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln und Klee be ­ baut. Im Stall haben Zieglers zwei kräftige Kühe stehen, die gleidizeitig als Gespann dienen. Außer ­ dem besitzen sie zwei Schweine und eine Menge Federvieh. Das Leben der Eheleute Ziegler ist reich an Arbeit, aber es ist ein erfülltes Leben, das ihnen Befriedigung gibt. Niemals würden sie es übers Herz bringen, das von den Vätern ererbte Land brach liegen zu lassen, um es sich bequemer zu machen. Das verstieße gegen ihre Lebensge ­ wohnheiten, gegen das Vermächtnis ihrer Väter und gegen das bäuerliche Blut, das in ihren Adern fließt.