12 Der größte Teil dieses bedeutenden Kohlen ­ vorrats liegt in Baufeldern, die gegenwärtig noch als Pachtfelder von den fünf in Grenznahe auf französischem Hoheitsgebiet liegenden Gru ­ ben St. Charles, Wendel-Vuillemin, Ste. Fontaine, Cuvelette und Merlenbach der Houilleres du Bassin de Lorraine aus gebaut werden. Auf diese Pachtfelder entfallen Kohlenvorräte von rund 560 Millionen Tonnen, von denen rund 270 Millionen Tonnen Fettkohlen und 290 Millionen Tonnen Flammkohlen sind. Die Gesamtvorräte von rund 770 Millionen Tonnen bauwürdiger Kohle liegen in Feldern einer Fläche, die mit insgesamt rund 33 Quadratkilometern der Aus ­ dehnung von 15 Normalfeldern entspricht (1 Normalfeld hat die Fläche von 2,2 Quadrat ­ kilometern), und stehen in einer mittleren Koh ­ lendichte von 23,3 Tonnen je Quadratmeter Fel ­ desfläche an. Die darin mit einem bauwürdigen Kohlenvorrat von 560 Millionen Tonnen enthal ­ tenen Pachtfeldern umfassen mit 22,9 Quadrat ­ kilometern die Fläche von 10,4 Normaifeldern. Die mittlere Kohlendichte beträgt in den Pacht ­ feldern 24,5 Tonnen je Quadratmeter, und zwar bei den Fettkohlen 17,6 Tonnen je Quadrat ­ meter und bei den Flammkohlen 38,7 Tonnen je Quadratmeter Pachtfeldfläche. Diese Zahlen machen den besonderen Reichtum des im Warndt liegenden Kohlenvorkommens deutlich. Die Regelung des zukünftigen Kohlenabbaus im Warndt Der zukünftige Abbau dieses Vorkommens wird im grundsätzlichen durch die Bestimmungen der Artikel 78 bis 82 des Vertrages zur Rege ­ lung der Saarfrage vom 27. Oktober 1956, im einzelnen insbesondere durch einen in der er ­ sten Hälfte des Jahres 1958 zwischen der Saar ­ bergwerke AG als Verpächter und den Houil ­ leres du Bassin de Lorraine als Pächter abge ­ schlossenen Pachtvertrag geregelt. Der Abschluß dieses Pachtvertrages erfolgte in Erfüllung der Bestimmungen des Artikels 78 des vorerwähn ­ ten Saarvertrages; der Wortlaut des Pachtver ­ trages ist in dem als Anlage 25 dem Saarver ­ trag beigefügten Entwurf festgelegt, nach des ­ sen Bestimmungen bereits seit dem Inkrafttreten des Saarvertrages verfahren wurde. Nach diesem Pachtvertrag räumt die Saar ­ bergwerke AG den Houilleres du Bassin de Lor ­ raine im Wege der Verpachtung das Recht ein, eine auf insgesamt 66 Millionen Tonnen verwert ­ barer Förderung begrenzte Höchstmenge an Kohlen aus den innerhalb des deutschen Ho ­ heitsgebietes liegenden Pachtfeldern St. Charles- Vuillemin, Ste. Fontaine und Merlenbach-Cuve- lette abzubauen. Für den Abbau in diesen Pachtfeldern sind drei Zeitabschnitte festgelegt, bei deren Abschluß die Pachtfelder an die Saar ­ bergwerke AG in nachstehender Reihenfolge zurückgegeben werden: Zum 1.1.1962 Rückgabe der nördlich des Warndtsprunges gelegenen Pacht ­ felder St. Charles und Vuillemin. Zum 1.1.1972 Rückgabe des südlich des Warndtsprunges gelegenen Pacht ­ feldes Ste. Fontaine. Zum 1.1.1982 Rückgabe der gleichfalls südlich des Warndtsprunges gelegenen Pachtfelder Merlenbach und Cu ­ velette. Die lothringischen Gruben haben nach dem Vertrag das Recht, von der Gesamtmenge von 66 Millionen Tonnen während des zum 1.1.1962 endenden ersten Zeitabschnittes bis zu 20 Mil ­ lionen, während des zweiten und dritten Zeit ­ abschnittes bis zu 46 Millionen Tonnen abzu ­ bauen. In dem nördlich des Warndtsprunges ge ­ legenen Pachtfeld ist die Gewinnung der loth ­ ringischen Gruben auf 12 Millionen Tonnen be ­ grenzt. Sollten die im einzelnen festgelegten Höchstmengen von den lothringischen Gruben vor den genannten Zeitpunkten erreicht oder die Gewinnung endgültig eingestellt werden, so endet die Verpachtung vorzeitig. Die Saarbergwerke AG wird im Zuge der Rückgabe der Pachtfelder in diesen Feldern einen Vorrat an bauwürdiger Kohle von insge ­ samt rund 500 Millionen Tonnen übernehmen. Das Unternehmen wird spätestens zum 1.1.1982 über das gesamte Warndtkohlenvorkommen verfügen und damit in diesem besonders kohle ­ reichen Teilgebiet des Saarkohlenvorkommens die ihm bisher fehlende, für die Zukunft des Un ­ ternehmens entscheidende, vor allem auch reiche Fettkohlenvorräte enthaltende Kohlen ­ grundlage erhalten. Während der Zugang zum Warndtkohlenvor ­ kommen für den Saarbergbau lebenswichtige Bedeutung hat, erleiden die Houilleres du Bas ­ sin de Lorraine durch die Rückgabe der Pacht ­ felder an die Saarbergwerke AG keinen Sub ­ stanzverlust, da das lothringische Kohlenvor ­ kommen nach Vorräte von 4,5 bis 7 Milliarden Tonnen Kohle enthält. Die Houilleres du Bassin de Lorraine verfügen zum Ausgleich für die Warndtpachtfelder zunächst über drei geeignete Ersatzfelder mit je 100 Millionen Tonnen Kohle, deren Gewinnung von den bestehenden Schacht ­ anlagen aus erfolgen kann. Andererseits erwachsen der Saarbergwerke AG aus der Übernahme der Pachtfelder im Warndt zusätzliche Lieferverpflichtungen. Nach den Bestimmungen des Saarvertrages ist die Saarbergwerke AG verpflichtet, spätestens vom 1.1.1958 ab auf die Dauer von 25 Jahren von der ihr zum Verkauf zur Verfügung stehenden Kohlenförderung einen Anteil von 33 % nach Frankreich zu liefern. Dieser Anteil von 33 % erstreckt sich nicht auf die Förderung aus einer im Warndt neu zu errichtenden Schachtanlage und bei der Grube Velsen nur auf den Anteil der Förderung in Höhe der dort im Jahre 1952 geförderten Kohlenmenge.