25 Die Aufarbeitung der Kohle vor dem Einsatz in die Koksöfen der Kokerei Luisenthal Von Ingenieur Ferd. Göbel, Ubertagedirektion Aus der Tatsache, daß bei weitem nicht alle Kohlensorten von Natur aus verkokbar sind und nur ein Teil von diesen erst durch Auf ­ mahlung und Vermischung mit gut backenden Fettkohlen für die Verkokung nutzbar gemacht werden kann, ergibt sich die Notwendigkeit von Misch- und Mahlanlagen auf den Koke ­ reien, wo man nicht über die gewünschte Menge von echten „Kokskohlen" verfügt. Für die Kokereien der Saar haben die Misch- und Mahlanlagen eine besondere Be ­ deutung, da die Saarkohlen im ganzen ge ­ sehen weniger gut verkokbar sind. Die Haupt ­ kohlensorten der Saar sind: 1. Fettkohlen, die grundsätzlich verkokbar sind, wenn Kohlen verschiedener Herkunft beigemischt werden, 2. Magerkohlen, die grundsätzlich nicht ver ­ kokbar sind und deshalb nur in geringen Mengen in der Kokskohle der Fettkohle beigemischt werden können und nur für die Herstellung besonderer Koksqualität. Außer der Vermischung und Feinmahlung der verschiedenen Kohlensorten ist an der Saar die Beigabe von Koksmehl als Mage ­ rungsmittel sowie das Stampfen der Einsatz ­ kohle zum Kohlenkuchen erforderlich zur Her ­ stellung von brauchbarem Koks. Zur Erzeu ­ gung von hochwertigem Hochofenkoks ist außerdem noch die Beimischung von fremder Fettkohle (Ruhrkohle) notwendig, wenn auch in geringerem Umfange als früher. Es versteht sich, daß eine genaue Dosierung der ver ­ schiedenen Mischkomponenten, eine gute Feinvermahlung und Vermischung sowie eine gieichbleibende Kornqualität und Feuchtig ­ keit von größter Wichtigkeit sind für die Her ­ stellung von Qualitätskoks. Diesen Erfordernissen wird beim Bau der neuen Kokerei Luisenthal durch die Errichtung einer modernen Kohlen-Stapelanlage, Kohlen- Misch- und Mahlanlage sowie Trocknungs ­ und Mahlanlage zur Herstellung von Koks- mehf Rechnung getragen. Gleichzeitig wer ­ den Bunkerungsmöglichkeiten geschaffen (Misch- und Mahlanlage ca. 5000 t, Kohlen ­ turm ca. 2000 t), damit bei einer längeren Stö ­ rung in der Kohlenzufuhr oder während meh ­ rerer hintereinanderliegender Feiertage der Bedarf der Kokerei gesichert ist. A. Kohlensorten, die in der Kokerei Luisenthal zur Herstellung der verschiedenen Koks ­ kohlen in verschieden anteiligen Mengen gemischt werden: a) Fettkohlen von der Wäsche Luisenthal, werden durch ein Stollenband unter der Saar her zur Kokerei transportiert. L A NGSSCHNITT durch d,e MISCH -u MAHLANLAGE u KOKSGRUS-TROCKNUNGS-u MAHLANLAGE Abbildung 1: Längsschnitt durch die Misch- und Mahlanlage und Koksgrus-Trocknungs- und Mahlanlage