21 Die Anlagen zur Raffination und Destillation von Kokereibenzol Von Dr. Hugo Lohrmann Das beim Verkokungsprozeß gebildete und aus dem Gas abgeschiedene Kokereibenzol enthält Verunreinigungen, welche vor der Ver ­ wendung des Benzols unschädlich gemacht werden müssen. Für die „Raffination" ge ­ nannte Reinigung des Rohbenzols kannte man bis vor wenigen Jahren nur das Schwefel ­ säureverfahren. Das Rohbenzol wurde mit Schwefelsäure und Natronlauge gewaschen und anschließend destilliert. Die Anwendung des Schwefelsäureverfahrens brachte erheb ­ liche Substanzverluste mit sich, welche bis zu 15 °/o betrugen. Außerdem war die Beseitigung übelriechender Harzstoffe, welche sich aus den Verunreinigungen des Benzols bildeten, mit Unannehmlichkeiten verbunden. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Badische Anilin- und S o d a f a b r i k, Lud ­ wigshafen, in Arbeitsgemeinschaft mit dem Hydrierwerk Scholven ein neues Verfahren zur Raffination von Kokereibenzol entwickelt. Nachdem nun jahrelang gute Erfahrungen vor ­ liegen, haben sich die SBW entschlossen, auf der Kokerei Luisenthal eine zentrale Benzol ­ raffinationsanlage nach diesem neuen Ver ­ fahren zu bauen. Die Kokerei Luisenthal wird jährlich etwa 12 000 t Rohbenzol erzeugen. Zusammen mit den Kokereien Heinitz und Reden beträgt dann der jährliche Gesamtanfall an Rohben ­ zol bei den SBW fast 30 000 t. Da die Anlagen in Heinitz und Reden ohnedies eine Erneue- Abtaildung 1: Benzolraffinationsanlage auf Kokerei Hansemonn