15 Es wird also bis auf die geringen vom Wir ­ kungsgrad des Abscheiders abhängigen und mit dem Rauchgas in den Kamin entweichen ­ den Flugstaubmengen nahezu die gesamte Asche in Form von Granulat aus dem Kes ­ sel abgezogen. Damit wird noch ein weiterer Vorteil erzielt. Während früher die Lagerung der feinen Flugasche auf den Halden stets Schwierigkeiten bereitete, da sie leicht vom Winde aufgewirbelt wurde und damit die Um ­ gebung belästigte, sind diese Nachteile beim Granulat nicht mehr vorhanden. Die Asche kann vielmehr, ebenso wie die Grobasche von Rostfeuerungen, für Bauzwecke verwen ­ det werden und wird von Baulustigen sicher ­ lich gern abgenommen. Auch die Kaminhöhe darf bei Werken, die als Stauberzeuger anzusehen sind, nicht ver ­ nachlässigt werden. Während früher die Ka ­ mine in der Hauptsache dazu dienten, um für die betreffende Anlage einen ausreichenden natürlichen Zug zu erreichen, verloren sie spä ­ ter durch Einbau von Einrichtungen für künst ­ lichen Zug (Gebläse) immer mehr an Bedeu ­ tung. Die hohen und kostspieligen Backstein ­ kamine wurden durch niedrigere und in ihren Gestehungskosten billigere Blechkamine er ­ setzt. Erst die Frage der Staubbelästigung hat die hohen Kamine wieder in den Vordergrund treten lassen. Wenn durch letztere der Staub ­ auswurf selbst zwar nur unwesentlich verrin ­ gert wird, so wird dadurch jedoch der ausge ­ worfene Staub in Abhängigkeit von der je ­ weiligen Kaminhöhe auf eine wesentlich grö ­ ßere Fläche verteilt. Der Staubanfall pro Flächeneinheit wird geringer und damit auch die Staubbelästigung. Bei sehr niedrigen Schornsteinen sind vor allem in der näheren Umgebung des Werkes die Staubnieder ­ schläge groß. Es muß daher die Schornstein ­ höhe in einem bestimmten Verhältnis zur größten Gebäudehöhe gewählt werden, um eine einigermaßen befriedigende Rauchgas ­ abführung zu erreichen. Zum Studium dieses Problems wurden ein ­ gehende Versuche von der Technischen Hoch ­ schule Hannover durchgeführt. Dabei wurde 'festgestellt, daß die Gebäude-Bauart, die Rauchgasaustrittsgeschwindigkeit und die Windgeschwindigkeit obengenanntes Grö ­ ßenverhältnis beeinträchtigen. Der Unter ­ schied in den Rauchfahnen bei hohen und niedrigen Kaminen ist schematisch in Abbil ­ dung 6 dargestellt. Bei diesem Beispiel be ­ trägt die Gebäudehöhe über Erdboden 35 m, die Höhe der niedrigen Kamine 10 m und die der hohen Kamine 38 m über Dach. Während bei den niedrigen Kaminen die Rauchgase unmittelbar auf dem Werksgelände den Erd ­ boden bereits erreichen, werden sie bei den hohen Kaminen weit vom Werk weggetragen, wodurch die vom Staub in Mitleidenschaft gezogene Bodenffäche viel größer wird. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, daß die ursprünglich sehr niedrigen Blechkamine des Kraftwerks Barbara um 18 m erhöht wur ­ den. Aus Abbildung 7 ist der Unterschied der Kamine und der daraus austretenden Rauch fahnen ersichtlich. Bei Zusammenfassung vorstehend genann ­ ter Gesichtspunkte ist festzustellen, daß die Bedeutung und Dringlichkeit des behandelten Problems für uns an der Saar außer jeder Frage steht. Die Staubfrage erstreckt sich über ein Gebiet, das über den Rahmen ein ­ zelner Wissenszweige hinaus geht und alle Abbildung 6: Unterschied der Rauchfahnen bei hohen und niedrigen Kaminen (schematisch dargestellt) Vr y -y = 1), R = Rauchgas-Austritts-Geschwindigkeit, V = Wind-Geschwindigkeit