50 Audi Vinzenz ging, über die Torheit seines gleichaltrigen Freundes vor sidi hinbrummend, an seinen Arbeitsplatz zurück. Er sagte sidi, wollte Hans das kleine Hütchen durchaus nidit behalten, so hätte er es doch ihm, Vinzenz geben können. Doch Hans bereute seine Wohltat keinen Au ­ genblick. Von der Stunde an, da er dem Männ ­ lein sein Hütchen wiedergegeben hatte, war er noch fröhlicher als zuvor, und seine Munterkeit, die in seinen hellen Augen leuditete, machte ihn allen Nlensdien lieb. Auch bemerkte er sehr bald, daß ihm unsiditbare Hände offenbar bei seiner Arbeit halfen. Was ihm früher nur unter großen Mühen und Anstrengungen gelungen war, glückte nun auf den ersten Schlag. Er fühlte die Nähe des Grubenmännleins und freute sich seiner un ­ sichtbaren Gesellschaft. Und oftmals summte er bei seiner Arbeit das alte Knappenlied vor sidi hin: Ich bin ein Bergmann und bin es gern; Still ist’s im Schacht, die Welt ist fern. Leucht’ Lämpchen mir mit hellem Sdiein Sdilag klingend Hammer ans Gestein. Will’s Gott, komm ich gesund hinauf zum hellen Tag — Glück auf, Glück auf! Da w'ars’s, als stimmten viele Stimmen ein: „Glück auf!“ riefen sie, und der alte Bergmanns ­ gruß fand ein lautes Edio von den schwarzen Wänden. Zu Hansens Füßen häufte sich die los ­ gebrochene Kohle, und der Steiger lobte ihn und sagte, daß kein anderer Bergmann soviel förderte wie er. Sein Lohn wurde größer, und endlich hatte Hans soviel, daß er ans Heiraten denken konnte. An dem Tage vor seiner Hochzeit war er so wohlgemut, daß er sich kaum zu fassen wußte; er sang und pfiff bei seiner Arbeit, und schließ ­ lich stieß er den Hämmer klingend an den Bo ­ den und rief mit lauter Stimme: „Ihr lieben Grubenmännelein — ich lade euch zur Hochzeit ein!“ Darauf wurde es für einen Augenblick ganz still um ihn; dann sprach eine kleine, klare Stimme: „Soll’n wir bei dir zu Gaste sein, So deck’ uns ein kleines Tischelein Am Abend hinter deinem Haus Und richte uns als Hochzeitsschmauß Den allerbesten Hirsebrei.— Doch bei dem Mahl sei nidit dabei!“ „Abgemacht!“ rief Hans und arbeitete weiter. So schnell und gut wie heute war ihm die Arbeit noch nie von der Hand gegangen, und als er bei Schichtwechsel abgelöst wurde, hatte er das dop ­ pelte seiner täglichen Kohlenmenge gefördert. An seinem Hodizeitstage, als er mit seiner lieb ­ lichen jungen Braut aus der Kirche gekommen w r ar, bereitete er mit ihr in aller Heimlichkeit einen kleinen Tisdi, den er mit Blumen schmückte. In die Mitte stellte seine Braut eine Schüssel süßen Hirsebrei, den sie selbst gekocht hatte. Dann gingen beide fort. Am nächsten Morgen fanden sie die Schüssel ganz leer. Auf einem großen grünen Blatt aber lag ein Stück Kohle. Hans ladite herzlidi, als er es bemerkte. „Ist das eure Hodizeitsgabe, kleine Freunde?“ fragte er. Doch da bemerkte er, daß ein seltsames Leuchten von der Kohle ausging. Er nahm sie in die Hand und wischte mit behut ­ samen Fingern den schwarzen Staub fort: Leuch ­ tendes, reines Gold trat zutage! Die Gruben ­ männlein hatten mit ihrer Gabe nidit geikargt. Da hatte nun alle Armut ein Ende. Hans er ­ warb ein kleines hübsches Haus mit Hof und Garten, das seine Frau trefflich in Ordnung hielt. Er selbst schaffte weiter als Bergmann in der Grube und fühlte immer Sdiutz und Hilfe der Männlein. Seine Kinder wurden brave, fröhliche Menschen, und sein ältester Sohn war mein Groß ­ vater, der mir oft die Geschidite vom Gruben- männlein erzählt hat. Uhüßectvoffen HEUFANG MALZBIER EISENHOF Stab- und Formeisen schwarze und verzinkte Bleche Röhren und Fittings Zinkbleche Armaturen HOCHAPFEL Küchenherde - Zimmeröfen Glas - Porzellan - Kristall Hämmer -Zangen - Sägen - Äxte - Beile Türschlösser-Hängeschlösser-Riegel Handwagen - Rollschuhe SAARBRÜCKEN - Eisenbahnstr. 70 und Bahnhofstrasse 101