47 *Oer ölte (frühen voeo Von Hans B I ä s V-^on hohen, knorrigen Eichen und glatten Buchen wird er überschattet — stückweise schlän ­ gelt er sich durch das geheimnisvolle Dunkel der Fichten und Tannen, die mit ihren äußersten Spitzen beinahe Zusammenstößen und die Sicht zum Tal nur teilweise freigeben. Ruhig ist es um ihn geworden, den alten Gru ­ benweg, der in etwa zwanzig Minuten vom Aus ­ gang des Dorfes zur stillgelegten Grube führt. Seit die letzte Fahrt getan, seit das letzte Signal am Schacht verhallte, liegt er verlassen. Das braungelbe Laub und wucherndes Unkraut, ab ­ gefallene Äste, dürr, morsch, hier und da von Pilzen besetzt, geben seinem Gesicht ein müdes, verträumtes Gepräge. Nur selten noch vernehmen die hüpfenden Wellen des Quellwassers nebenan die einsamen Schritte eines Wanderers oder Beerensuchers, die sich gemeinsam mit dem Ge ­ plätscher des Wassers im Rausdien des Waldes verlieren. „Sdiwarzer Weg“ wurde er nur genannt, wohl, weil er mit Asche bedeckt war, vielleicht tauften ihn auch Außenseiter so, weil früher der Berg ­ mann mit kohlenstaubverkrusteter Haut seinem Heim zustrebte, nach langer, harter Arbeit. Viele Sdiritte hat er gehört, Tag für Tag, Nadit für Nacht. Kurze und ungleidimäßige, die sich in der Lebensbahn noch nicht richtig zu- reditfanden, kräftig beschwingte, lebensbejahende bedäditig langsame. Einzeln und in Gruppen gingen sie darüber hinweg, in prasselndem Regen und strahlender Sonne, in schneidendem Frost und in brausenden Stürmen, bei Tag und bei Nadit. Viele Menschenalter hat er gezählt, der treue Diener Weg, hat die leichtfüßigen Schritte verfolgt bis zum müden, letzten Gang zur Schicht. Willig nahm er das stützende Auftupfen der der ­ ben Stöcke auf sich. Ja, wenn er erzählen könnte, der sdiweigsame Zeuge von guten und schlechten Zeiten, von Frieden und Krieg — er würde be- riditen von zufriedenen und glücklidien Men ­ schen, die in treuer Ergebenheit ihr Tagewerk verrichten bis zum letzten, schweren Gang. Ju ­ belnde Kinderstimmen hat er gehört, die dem heimkehrenden Vater nach sdiwerer Arbeit in dunkler Nadit in dankbarer Freude das Tages ­ licht in hellstem Glanze erstrahlen ließen. Nicht selten vermißte der stille Lausdier plötzlidi wohl- bekannte Tritte —■ einige ließen sidi nach kürzerer oder längerer Zeit wieder hören, andere kehrten nie wieder. Erbarmungslos hatte der Tod zuge ­ griffen und statt der ausgesetzten Tritte klangen dem stummen Zeugen nodi lange das herzzerrei ­ ßende Schluchzen um den Mann, das wehmütige Fragen unsdiuldiger Kinder nadi dem Vater, nadi. Ja, so war das damals: Einen kleinen Schritt hat die Zeit inzwischen gemacht und noch immer rauschen die Bäume, sprudelt der Quell — noch immer wiegen sich die Tannen und Fichten leise im Wind. Wie in mitfühlender Teilnahme be ­ decken die braungelben Blätter den zwecklosen Weg, so, als brauche er einen Mantel zum Schlafe. Träume nur, alter Gr üben weg, träume w r eiter; du 'hast deinen Zweck erfüllt — damals. Kleinschanzlin Pumpen A.G. Homburg-Saar • Telefon 28 9 I - 28 94 utnrjcn - 'tJ^omnresforen - S*irmaturen