33 Das Schwelwerk Velsen und seine Erzeugnisse Was ist überhaupt Schwelkoks?— Hochwertiges Benzin aus Saarkohle — Schwelteer als Diesel' treibstoff und Ausgangsmaterial für chemische Prozesse. Von Willi Hold Das Heimatland des Schwelkokses ist England. Er wurde dort vor rund 40 Jahren erstmalig hergestellt, und zwar ursprünglich allein zu dem Zweck, um ein geeignetes Heizmaterial für die offenen Kamine zur Verfügung stellen zu kön ­ nen. Im Zuge der weiteren Entwicklung stellte sich jedoch sehr bald heraus, daß bei der Schwe ­ lung von Steinkohle nicht nur Schwelkoks, son ­ dern auch eine ganze Reihe von wertvollen Nebenprodukten gewonnen werden kann: Schwelteer, Schwelgas und Schwelbenzin. So war es nicht verwunderlich, daß von England aus in relativ kurzer Zeit die Schwelung von Steinkohle sich weiter ausbreitete. * Was ist nun überhaupt Schwelkoks, der bei uns unter der Bezeichnung „Sarlux" in den Han ­ del kommt? Unter Schwelung von Steinkohle wird ihre Erhitzung in Spezialöfen unter Luftab ­ schluß auf Temperaturen von etwa 600 Grad Celsius verstanden (bei der üblichen Hochtem ­ peraturverkokung wird der Brennstoff mit we ­ sentlich höheren Temperaturen, und zwar 900 bis 1 200 Celsius erhitzt). Bei dieser Erhitzung in den Schwelöfen wird die Kohle in einen festen Bestandteil, den Schwelkoks, eine Gruppe von flüssigen Anteilen, den Schwelteer und das Schwelbenzin, sowie einen gasförmigen Anteil, das Schwelgas, zerlegt. Dabei ist es Aufgabe der Schwelung, diese Erzeugnisse — insbeson ­ dere Schwelkoks, Schwelteer und Schwelbenzin — in größtmöglicher Ausbeute und bester Qua ­ lität zu gewinnen. * Der Tatsache, daß die in Velsen geförderte Fettkohle ein schwachbackender Brennstoff ist, der sich für die Schwelung besonders eignet, und dem Umstand, daß Schwelteer ohne wei ­ tere Aufarbeitung lediglich nach sorgfältigem Entwässern als Heizöl verwendbar ist, hat das Schwelwerk Velsen seine Entstehung zu ver ­ danken. Es wurde vor 15 Jahren gebaut und im Januar 1942 in Betrieb genommen Seine Er ­ stellung erfolgte vor allem unter kriegsbeding ­ ten Gesichtspunkten: Einmal, um die damalige deutsche Kriegsmarine mit Schwelteer-Heizöl Dos Schwelwerk Velsen