Spannungsmeßbrücke (Abb. 3) in Verbindung mit dem Hochspannungsgenerator (Abb. 3). Außer der erwähnten Methode nach Murray gibt es noch die Methoden nach Varley, Heinzeimann und Graf, die man für spezielle Zwecke verwendet. 2. Stromrichtungsmessung (n. Wurmbach): Wurde der Fehlerort nach einer unter 1. er ­ wähnten Methode bestimmt und der Fehler an dem freigelegten Kabel äußerlich nicht gesehen, so wird, damit das Kabel nicht an der falschen Stelle geschnitten wird, die Stromrichtungsmessung angewandt. Voraus ­ setzung hierzu ist, daß an der Fehlerstelle eine gut leitende Verbindung zwischen Fehlerader und Bleimantel oder Blechbeweh ­ rung besteht. Dann wird ein Gleichstrom (Autobatterie) auf die Fehlerader geschickt. Der Rückfluß erfolgt über den Bleimantel. Mit einem empfindlichen Galvanometer wird jetzt mit Hilfe von 2 Elektroden der Blei ­ mantel in gleichen Abständen abgetastet. Sobald die Fehlerstelle überschritten ist, än ­ dert sich der Ausschlag des Galvanometers. 3. Kapazitätsmessung: Sie wird angewandt bei reiner Kabelunterbrechung. Durch Grubensen ­ kungen kommt diese Fehlerart häufig vor. Jedes Kabel hat eine bestimmte Kapazität. Diese wird mit Hilfe einer Kapazitätsmeß ­ brücke gemessen. Man mißt die Kapazität einer gesunden und einer unterbrochenen Ader. Wenn alle Adern unterbrochen sind, wird von beiden Kabelenden gemessen. Dann ermittelt man durch Vergleich der Ka ­ pazitäten mit der Kabellänge den Fehlerort. Zur Vorbeugung haben wir die Kapazität der wichtigsten Kabel im gesunden Zustand gemessen, denn es kommt öfter vor, daß alle Adern unterbrochen sind und auf einer Seite alle einen satten Erdschluß haben. Dann ist es von großem Nutzen, wenn man auf die vorher aufgenommenen Werte zu ­ rückgreifen kann. Die reine Unterbrechung kann man noch mit einer anderen Methode, die auch von der Kapazität des Kabels ab ­ hängig ist, bestimmen. Das Kabel wird mit Hilfe einer Batterie aufgeladen und über ein Galvanometer entladen. Der Fehlerort wird bestimmt, indem man die Werte der Zeigerausschläge des Galvanometers mit der Kabellänge ins Verhältnis setzt. 4. Hochfrequenzverfahren (Radar Abb. 6): Mit diesem Verfahren können Erdschluß, Kurzschluß, reine Unterbrechung und Unter ­ brechung mit Erdschluß aller Adern gemessen werden. Es arbeitet nach dem Prinzip des Echolotes. In periodischer Folge werden elektrische Impulse in das zu untersuchende Kabel geschickt, die an der Fehlerstelle reflektiert werden. Die Hin- und Rücklauf ­ zeiten sowie die Impulse werden durch Abb. 6 Radargerät Steuerung im Gerät auf einer Braun'schen Röhre sichtbar gemacht. Der Kabelanfang sowie die Reflexionsstellen erscheinen als Ausschläge nach oben bzw. nach unten, die Laufzeiten erscheinen dabei als Linie. Eine Unterbrechung zeigt bei positiv gesandtem Impuls einen positiven Ausschlag und ein Erd- oder Kurzschluß einen negativen. Da auch Abzweig- und Verbindungsstellen an ­ gezeigt werden, ist es ratsam, das Röhren ­ bild der Kabel im gesunden Zustand zu photographieren. So bemerkt man bei einem Fehler durch Vergleich des Röhrenbildes mit der Photographie sofort die Abweichungen. Kennt man die Laufzeiten des Gerätes, so kann man, ohne die Kabellänge zu wissen, die Entfernung des Fehlerortes bestimmen. 5. Fehlerortbestimmung mit Kabelsuchgerät (Abb. 8). Mit diesem Gerät lassen sich fol ­ gende Fehler bestimmen: Kurzschluß, Unter ­ brechungen mit Erdschluß und alladriger Erdschluß, wenn an der Fehlerstelle ein ge ­ ringer übergangswiderstand ist. Ist die Feh ­ lerstelle durch ein vorgenanntes Verfahren Abb. 7 Röhrenbitd eines Kabels