17 Anschläger und Maschinisten über Tage, 11. Bei Bedarf eine Vorort-Unterwasser ­ pumpe mit Druckluftantrieb zum Wegpum ­ pen des anfallenden Gebirgswassers in die Bergekübel, mit denen es nach über Tage gefördert wird. VI. Die Abteufarbeiten Die Abteufarbeiten sind je nach der Ab ­ teufmethode verschieden. So müssen in vie ­ len Bergbaugebieten z. B. an der Ruhr die meisten Schächte wegen den über den Steinkohlenschichten liegenden stark wasser ­ führenden Deckschichten mit Spezialmetho ­ den wie: Gefrierschacht, Versteinerungs ­ verfahren, Abbohren mit großem Durch ­ messer usw. abgeteuft werden, was erheb ­ liche Mehrarbeit und damit Verzögerungen und vor allem erhebliche Mehrkosten ver ­ ursacht. Ähnlich sind auch die Verhältnisse im Warndtgebiet, wo vor etwa 5 Jahren der zur Grube Velsen gehörige Westschacht in den oberen 360 m Teufe im Gefrierverfah ­ ren abgeteuft werden mußte. Glücklicherweise reichen im übrigen Saar ­ kohlenbecken die Steinkohlenschichten in der Regel bis an die Tagesoberfläche, so- daß die Schachtabteufarbeiten sehr einfach und damit weniger kostspielig werden. a) Das Abteufen von Hand: Deshalb wurde hier auch in der Regel bisher das einfache Abteufen von Hand angewendet, das all ­ gemein bekannt ist und darin besteht, daß nacheinander Abschläge von 2—3 m Tiefe gebohrt, geschossen und von Hand in Kü ­ bel geladen werden. Nach jeweils 2—3 Ab ­ schlägen (= 4—6 m Tiefe) wird die Back ­ steinschachtmauerung eingebracht und zwar von der jeweiligen Schachtsohle bis zum vorhergehenden Mauerteil etwa 4—6 m über der Sohle. b) Das moderne Abteufen mit Abteufgreifer: Als nach dem letzten Kriege ein großer Nachholbedarf an Schächten bestand und die Bergwerke auf kürzere Abteufzeiten drangen, sahen sich die Abteufunternehmer gezwungen auch aus Gründen der zum Teil sehr niedrigen Konkurrenzabteufpreise, eine möglichst mechanisierte Abteufmethode an ­ zuwenden. So wurden in den letzten Jahren an der Saar etwa 4 Schächte von je etwa 600 m Tiefe mit Abteufgreifern abgeteuft. Obwohl etwa 3 verschiedene Greifersysteme in Anwendung sind, beruhen doch alle auf einem ähnlichen Prinzip. Nachfolgend soll der mechanische Abteuf ­ betrieb des Schachtes Allenfeld bei Wiebels ­ kirchen kurz beschrieben werden. Die Eigen ­ art dieses Abteufbetriebes bestand darin, daß gleichzeitig abgeteuft und gemauert wurde. Zu diesem Zwecke waren im Schacht 2 besondere fahrbare Bühnen vorhanden: Eine Spannlagerbühne zum Befestigen der Führungsseile und darüber eine Mauerbühne als Arbeitsbühne für die Schachtmaurer, während auf der Schachtsohle die eigent ­ liche Abteufmannschaft arbeitete. Beide Bühnen hatten je 2 trichterförmige Öffnun ­ gen zum Durchfahren der beiden Berge ­ kübel für die Mannschaft auf der Schacht ­ sohle. Das Mauerungsmaterial wurde durch einen zusätzlichen Materialkübel zum je ­ weiligen Stand der Mauerbühne gebracht. Die Arbeit der Abteufmannschaft bestand aus: a) Bohren und Schießen je eines Ab ­ schlages von 2—3 m Tiefe (Handbetrieb), b) Wegladen der anfallenden Berge und Abteufgreifer, c) Einbringen des Notaus ­ baues aus Eisenringen und Verzug, d) Ein ­ bau der Wetterlutten sowie der Luft- und Wasserleitung. Je nach Beschaffenheit der Gebirgsschichten wurde durch die Abteuf ­ mannschaft außerdem alle 15—20 m Teufe ein Mauersockel von etwa 1 m Höhe in den Abmessungen der endgültigen Schacht ­ mauerung gemauert. An diesen Mauersok- keln wurde dann jeweils, nachdem die Schachtsohle mindestens einen Abstand von 8—10 m erreicht hatte, die Spannlagerbühne Allenfeldschacht