13 Wenn ein neuer Schacht abgeteuft wird Von Dipl.-Berging. Peter K e I k e I, BWD Bexbach I. Welche Gründe führen zum Abteufen eines neuen Schachtes? a) Errichtung einer neuen Grube, b) Erweiterung einer bestehenden Grube, c) Ersatz für einen unbrauchbar gewordenen Schacht. II. Die Wahl des Ansatzpunktes eines neuen Schachtes ist bedingt durch die dem Schacht gestellte Aufgabe: Hauptförder-, Seilfahrt-, Material- oder reine Wetterschächte. Ansatzpunkte der Hauptförderschächte sol ­ len sowohl nach bergmännisch-geologischen Gesichtspunkten als auch nach verkehrstech ­ nischen Gesichtspunkten ausgewählt wer ­ den wie: 1) Zentrale Lage zu dem vorge ­ sehenen Abbaufeld, 2) In möglichst festen Gebirgsschichten, 3) In der Nähe einer be ­ stehenden Eisenbahnstrecke. Ansatzpunkte der Wetterschächte sollen hauptsächlich nach bergmännisch geologi ­ schen Gesichtspunkten ausgewählt werden wie: 1) Am Rande des vorgesehenen Ab ­ baufeldes, 2) In möglichst festen Gebirgs ­ schichten. Die verkehrstechnische Lage spielt bei Wet ­ terschächten keine besondere Rolle, es sei denn, daß der Wetterschacht auch als Hauptseilfahrtsschacht benutzt werden soll. III. Die Größe des Schachtdurchmessers und die Ausrüstung des Schachtes richten sich nach den vorgesehenen Aufgaben des Schachtes: Hauptförderschächte für normale Förderung von 3000 bis 6000 t/Tag erhalten einen lich ­ ten Durchmesser von 6—7 m und werden entweder mit 4 Förderkorbtrummen oder mit 2 Förderkorbtrummen und einem Skip ­ trum ausgerichtet. Neben- bzw. Wetterschächte für Hauptseil ­ fahrt und Materialförderung erhalten einen lichten Durchmesser von 5 bis 6 m und wer ­ den mit 2 Förderkorbtrummen ausgerüstet. Neben- bzw. Wetterschächte für gelegent ­ liche Seilfahrt und sehr geringe Material- Förderung erhalten einen lichten Durch ­ messer von 4 bis 5 m und werden meistens nur mit 1 Förderkorbtrum mit oder ohne Gegengewicht ausgerüstet. Sonstige Schachtausrüstung: Sämtliche Schächte erhalten in der Regel an Einbauten außer den Einstrichen mit Spur ­ latten auch ein ausgebautes Fahrtrumm. Außerdem je nach Bedarf verschiedene Rohrleitungen für Druckluft, Frischwasser, Pumpwasser, Gas und Blasberge sowie elektrische Kabel für Signale und Starkstrom. Zum Abfördern von Kohlen von verschiede ­ nen Teilsohlen zur Hauptfördersohle wird häufig eine Schachtwendelrutsche eingebaut. IV. Übersicht über die heutigen im Betrieb be ­ findlichen Schächte der Saarbergwerke Anzahl der Schächte der einzelnen Berg Werksdirektionen Bezeichnung Geis ­ lautern Jägers ­ freude Fisch ­ bach Sulz ­ bach Neun ­ kirchen Bex ­ bach Summe Hpt. Förderschächte . . 7 4 4 5 • 3 3 26 Seilf. u. Mat. Schächte . . 3 5 4 9 7 5 33 Reine Wetterschächte . . 7 5 10 11 6 4 43 Gesamt 17 14 18 25 16 12 102 Größe der Schächte (mittlerer Durchmesser Art der Schächte Haupt ­ förder ­ schacht Seilfahrt u. Mat.- schächte Reine Wetter ­ schächte Anzahl der Schächte . . 26 33 43 Mittlerer Innendurchm. 5,5 m 5,0 m 4,7 m Mittlere Teufe . 660 m 530 m 510 m und Teufe) Anmerkung: Von den hier angegebenen Schäch ­ ten haben etwa 8 Schächte einen elliptischen Querschnitt. Für diese Schächte wurde ein gleichwertiger Kreisquerschnitt zu Grunde ge ­ legt. Die Summe der Schachtteufen aller sich im Betrieb befindlichen Tagesschächte der Saar ­ bergwerke beträgt etwa 60 km.