201 ämm imtM dm Von Studienrat Erich Hagel, Homburg Wenn wir uns mit den Würgern unter den Pflanzen beschäftigen, müssen wir uns zuerst im klaren sein, wie sich eine Pflanze ernährt. Dem Boden entnimmt sie mit Hilfe ihrer Wur ­ zeln Wasser und darin gelöste Nährsalze. Der Bauer streut diese in Form von Kali, Thomas ­ mehl, Superphosphat, Kalkstickstoff, schwefel ­ saurem Amoniak u. a. auf seinen Acker. Der Luft entzieht die Pflanze gasförmige Stoffe und verwandelt in ihren grünen Blättern unter Mit ­ arbeit des Sonnenlichts dieses ganze tote Mate ­ rial in lebende Substanz, aus welcher Wurzeln, Stengel, Blätter und Blüten mit all ihren schönen Formen, prächtigen Farben und herrlichen Düften bestehen. Aus dem toten Material läßt die grüne Pflanze die köstlichen Früdite mit feinstem Aroma reifen, kurz, sie schafft pulsierendes Le ­ ben. Die Stoffe, welche die grüne Pflanze so aufgebaut hat, nennt man organische Verbindun ­ gen. Solche sind z. B. Stärke, Zucker, Öle und Fette sowie Eiweiße. Alle Lebewesen unserer Erde, also Menschen, Tiere und Pflanzen, brau ­ chen sie zur Ernährung. Aber nur die grüne Pflanze vermag die organischen Stoffe selbst aus totem Material herzustellen. Sie benötigt dazu Wiesenaugentrost das Blattgrün und das Sonnenlicht, Auf Grund dieser Sachlage sind Menschen und Tiere in ihrer Ernährung auf die Pflanzen angewiesen und von ihnen abhängig. Ohne grüne Pflanzen ist daher ein Leben auf dieser Erde nicht möglich. Genau wie unter den Menschen können wir bei den Pflanzen „Rohköstler“, Fleischesser“ und solche feststellen, die sich zum Teil oder ganz auf Kosten der anderen ernähren. Wir finden Pflanzen, die haben wie die Pilze ihr Blattgrün Hopfenseide 1 Auf einer Brennesset schmarotzend. 2 Stengel, der einen Hopfenstengel umschlungen und in ihn Saugwärzchen getrieben hat; vergr. verloren. Sie sind also nicht mehr in der Lage, sich selbst die notwendigen organischen Verbin ­ dungen herzustellen. Daher müssen sie entweder auf totem organischen Material (Humusboden) leben, oder sie nehmen die erforderlichen organi ­ schen Stoffe anderen Lebewesen und sind dann Schmarotzer. Letztere gibt es allerdings auch unter den grünen Pflanzen. Durch den Besitz an Blattgrün sind sie durchaus in der Lage, sich selbst die ganze organische Nahrung zu erzeugen. Sie machen es sich aber etwas bequemer. Die einen entziehen auf harmlose Weise anderen Ge-