158 Tausend Dukaten dünkten ihm noch zu wenig für den kostbaren Schatz. Er versuchte sein Glück beim Goldschmied, der für des Fürsten Hof die Juwelen besorgte. Der Bursch’ stellte sidi breit vor den Gold ­ schmied, sdilug auf den Sack, darin der schwarze Diamant war und sagte großartig: „Ich habe Eudi einen kostbaren Stein anzu ­ bieten. Ein Diamant ist’s von seltenem Glanz und so groß wie ein Kopf.“ Der Goldsdimied riß Augen und Ohren auf und fragte, wie er zu dem kostbaren Stein komme. „Den Stein, Herr Goldschmied, hab’ idi von meinem Ohm geerbt, der übers Meer gekommen war und sich jetzt davongemadit hat in die an ­ dere Welt. Er liegt zu Köln begraben.“ Er solle den Stein mal vorweisen, sagte der Goldsdimied und sah mit gierigen Augen auf den Sack. Der andere langte den Stein aus dem Sack und meinte mit stolzem Lachen: „Fünftausend Dukaten sind gewiß nicht zuviel für einen Dia ­ manten von dieser Größe. Sdilagt ein, und der Handel ist fertig.“ Der Goldschmied lachte, als er den Stein sah, der stahlblau war und von feuditmattem Glanz, tippte an die Stirne und sagte: „Ihr seid wohl nidit mehr ganz richtig im Kopf, nicht einen Kreuzer ist der Stein wert.“ Der Bursche meinte, der Goldschmied wolle ihn betrügen und sagte: „So will idi den Dia ­ manten sonstwo anbieten. Vielleicht findet sich einer im Land, der mehr versteht von einem kostbaren Stein als ein kurzsichtiger Narr wie Ihr.“ „Was der Stein wert ist, will idi Eudi zeigen“, sagte der Goldschmied, machte ein Feuer an und warf ihn hinein, und es dauerte nicht lange, da fing der schwarze Stein zu brennen an. „Von denen gibt es hierzuland ganze Berge. Sie lie ­ gen einem meilenweit unter den Füßen, und wenn Ihr Euch nicht auf der Stelle fortmacht, so lasse idi Euch einstecken. Ihr seid ein gemei ­ ner Betrüger.“ Der Goldsdimied packte den Bursdien am Arm und warf ihn zur Türe hinaus. Der Bursch’ machte ein dummes Gesicht, als er jetzt vor dem Laden des Goldschmiedes stand. Gedankenvoll tappte er durch die engen Gas ­ sen des Städtchens, und ohne es recht zu wol ­ len, ging er den Weg zurück, den er gekommen war. Wie staunte er; als er zu dem Feld kam, da er den Sack mit dem Spaten entdeckt und hier das Bäuerlein rüstig beim Mähen fand. „Mit Euch habe ich ein Hühndien zu rupfen!“ schrie er den Bauer an. „Ei wieso denn?“ meinte das Bäuerlein und machte ein dummes Gesicht. „Da fragt Ihr noch“, schrie der Bursch“. „Ihr habt mich ordentlich angeführt. Zuerst schickt Ihr midi in die Hölle, wo er mich fast gesdmappt hätte, der Sdiwarze, und dann lügt Ihr mich audi noch an. Ihr könnt mir gestohlen werden mit Euren sdiwarzen Diamanten. Sind keinen Heller wert, che elenden Steine und gerade gut genug, daß man sie im Ofen verbrennt und das Gold damit sdimilzt.“ Der Bauer lachte aus vollem Halse, sah den Bursdien lustig an und sagte: „Das ist ja ge ­ rade der Wert der Steine, daß sie brennen. Denn was wäre die Welt ohne Feuer, das die Suppe kocht, die Stube wärmt, das Eisen schmilzt und sonst allerlei nützliche Arbeit verrichtet? Und was den Stein angeht. — Das sind Koh ­ len und von unermeßlichem Wert für das ganze Menschengesehledit,“ „Hol‘s der Teufel!“ sdirie der Bursch“ und war rot vor Zorn. „Jetzt hat mir der Schuft den köstlichen Stein verbrannt.“ — „So verschafft Euch dodi andere Steine“, meinte das Bäuer ­ lein. — „So — meint — Ihr — ? In diese Hölle bringen midi keine zehn Pferde. Schert Eudi mit Eurer Weisheit.“ Das Bäuerlein sah den Burschen pfiffig an. „Ich dachte, Ihr wolltet es zu etwas bringen hierzuland. So bleibt Euch nichts übrig, als Kohlen zu graben. Werdet in allen Ehren ein Bergmann und Ihr habt Euer Auskommen. Wer heimlidi gräbt, gerät in des Teufels Hölle.“ Da ging dem Burschen ein Licht auf. Er besann sich. Aber dann wurde er zornig und sdirie: „Habt Ihr mir nicht geraten, heimlidi zu graben? Habt Ihr mich nicht in die Hölle geschickt?!“ „Dorthin geraten alle, die durch Faulenzen reich werden wollen, merkt Euch das!“ sagte der Bauer ruhig. Der Bursch“ verstand das Bäuerlein, sdilug sidi aufs Knie und rief: „Seid bedankt für Eure Hilfe. Noch heute will idi versuchen, ein tüdi- tiger Bergmann zu werden.“ £s hat sich schon h&UungefpMchm HÜTE - MÜTZEN — SCHIRME ^ kauft man vorteilhaft- jnd preiswert fm bekannten Huthaus m gegr. -1615 MERZI6 - Am staathaus