39 Die Bergeförderung der Grube Heinitz Von Steiger Otto T y b ’ I, Neunkirchen ln jeder Grube gibt es Engpässe in der För ­ derung. Es sind dies Schächte, Strecken oder Blindschächte, die trotz Ausnutzung, bis zum letzten keine größere Fördermenge bewältigen können. Nehmen wir nur mal einen Förder ­ schacht: auch größere Gruben haben meist nur einen Schacht, der die gesamte Kohlen ­ menge zu Tage schaffen muß, während die übrigen Schächte für die Material- und Berge ­ förderung gebraucht werden. Dieser Haupt ­ förderschacht hat jahrelang alles verdaut, was fleißige Bergmannshände ihm in den Rachen stopften. Doch die Grube wuchs und mit ihr die täglich zu fördernde Kohlenmenge. Eines Tages blieb das Fördermittel im Streb stehen. Wo fehlte es? Es sind keine leeren Wagen mehr da! Der um seinen Lohn besorgte Hauer fragt: „Warum sind keine leeren Wagen mehr da?" Antwort: Der Schacht bringt die geförderte Kohle nicht mehr schnell genug nach über Tage, die beladenen Wagen stehen stunden ­ lang in endlosen Reihen in den Richtstrecken und Querschlägen bis sie entladen werden, und die Leerzüge gehen nur noch spärlich mit we ­ nigen Wagen in die Förderabteilungen. Wie es dazu kommt, ist leicht zu erklären: Auf den Förderkorb des betreffenden Schachtes können — um mal eine Zahl zu nennen — acht Förder ­ wagen aufgestellt werden. Das Aufstellen und Abziehen braucht — ungefähr — die Zeit von einer Minute. Eine Fahrt oder ein „Treiben" dauert — nehmen wir an — zwei Minuten. Diese Zeit kann nicht mehr verkürzt werden, da die Maschine oder die bergpolizeiliche Vor ­ schrift dies nicht mehr erlaubt. In drei Minuten können acht Wagen, in einer Stunde also höchstens einhundertsechzig Wa ­ gen gehoben werden. Bei der Gefäßförderung ist es genau so. Ein Drittel muß bei derart stark beanspruch ­ ten Maschinen und Material vorneweg zur Re ­ vision und Reparatur freigehalten werden. Ja, so ein Schacht ist — ich hätte beinahe gesagt auch nur ein Mensch, und was zuviel ist, ist zuviel. Die entstehenden Leerpausen sind für alle Betriebsangehörigen ein Grund zu vielem Ärger und geben oft zu der Bemerkung Anlaß: „Die