23 Funk im Bergbau Von Karl Kühner Die gesamte Abwicklung der Lokomotivförderung wird straffer zusammengefaßt und reibungslos gestaltet Die fortschreitende Entwicklung der Mechani ­ sierung im Bergbau und die Weiträumigkeit der Grubenfelder erfordert eine sichere und rasche Nachrichtenverbindung unter Tag. Mit unseren heutigen klassischen, niederfrequenten Fernsprechverbindungen sind allerdings nicht alle nachrichtentechnischen Probleme zu lösen. Erst ziemlich spät befaßte sich die Funktechnik mi1 den Problemen des Bergbaues. Dies lag vor allem an technischen Schwierigkeiten. Der Bergbau verlangt handliche und wider ­ standsfähige Geräte, die leicht zu bedienen und einfach zu unterhalten sind. Diese Forde ­ rungen lenken die Aufmerksamkeit des Funk ­ technikers zunächst auf den Kurzwellenbereich. Aber in freier Abstrahlung sind mit diesem Fre ­ quenzbereich unter Tage keine großen Reich ­ weiten zu erzielen. Jeder, der schon einmal in einem Auto mit Radio gefahren ist, wird schon festgestellt haben, daß der Empfang in Tunnels oder unter Eisenbahnunterführungen sehr schlecht ist oder sogar ganz ausbleibt. Mit län ­ geren Wellen sind die Ergebnisse zwar besser, jedoch bei weitem nicht ausreichend. Der Grund hierfür liegt in der hohen Dämpfung für Hoch ­ frequenz in Untertagestrecken. Günstigere Ergebnisse werden mit Drahtfunk im Langwellenbereich erzielt. Zur Zeit erscheinen 2 Arten von langwelligen Drahtfunkgeräten auf dem Markt, die für den Bergbau geeignet sind. Das eine, ein schlag ­ wettergeschütztes Batteriegerät mit einer Sende ­ leistung von 0,1 Watt, hat eine Reichweite von einigen 100 Metern. Das andere, ein für den Lokomotivfunk besonders entwickeltes, nicht schlagwettergeschütztes Gerät mit 15 Watt End ­ leistung, hat eine Reichweite von mehreren Kilometern. Auf Grube Griesborn ist eine solche Funk ­ sprechanlage für Lokomotivfunkverkehr seit De ­ zember 1954 in Betrieb. Sie besteht aus einer Funkleitstelle und 5 beweglichen Stationen, die in Fahrdrahtlokomotiven eingebaut sind. Die Funkgeräte wurden von der Firma Henry LE- PAUTE nach einer Lizenz der amerikanischen Firma FEMCO hergestellt. Die Abbildungen 1 und 2 zeigen die Leitstelle und eine bewegliche Station auf einer Loko ­ motive. Die Sendeanlage arbeitet mit Frequenzmodu ­ lation, einer Frequenz von 100 kHz und 15 Watt Sendeleistung. Die Anlage ist daher vom ziem ­ lich hohen Störpegel der mit Quecksilberdampf ­ gleichrichter gespeisten Fahrleitung weitgehend unabhängig. Der Fahrdraht dient gleichzeitig Abb. I Förderaufseher im Gespräch mit einer fahrenden Lokomotive zur Stromversorgung der Funkgeräte und zur Fortleitung der Hochfrequenz. Die Gerätesätze der Funkleitstelle und der beweglichen Gegenstationen auf den Lokomo- Abb. 2 Ein Lokführer erhält während der Fahrt Anweisungen durch die Leitstelle