Berglehrling Jakob, Grube Reden-Flamm Sporthalle Eppelborn. — Trainingsstunde des F.adfahrervereins „Schwalbe“ — Eppelborn. Der 18 Jahre alte Elektriker Groß Oswald von Grube Maybach und seine Kameraden Ehlen Peter und Hell Erwin, beide Hauer auf Grube Franziska, sind beim Training. Die Reifen quiet ­ schen auf dem Holzboden. Kein Wort fällt, denn die Übungen erfordern nicht nur ungeheuere Geschicklichkeit, Beherrschung des Körpers und des Rades, sondern auch eine vollkommene Kon ­ zentration. 30 Übungen müssen innerhalb von 8 Minuten einwandfrei geleistet werden. Die drei fahren Figuren des Kunstreigens, im Sattel sitzend, und schließlich dem Steuerrohrreigen, das Gewicht auf das Hinterrad verlagernd, das Vorderrad in der Luft — Mühle, Kette, 3er Kutsche usw. Dann werden sie von Bergmanns- töchtem abgelöst, die ebenfalls vorzügliche Lei ­ stungen vollbringen und wie die jungen Berg ­ leute, Saarlandmeister im Kunstradfahren sind. Die Ausbildung der Kunstradfahrer liegt in Händen des Trainers SCHILLO, vom Hauptbe ­ ruf Schlosser im Kraftwerk Weiher. Er opfert sich buchstäblich für die Jugend auf, verwendet seine ganze Freizeit an ihre Ausbildung. 3 mal wöchentlich wird trainiert — nach Altersstufen getrennt von 17 bis 22 Uhr. Von Zeit zu Zeit beteiligt sich der Trainer Schillo an Lehrgängen des Bundes Deutscher Radfahrer, in denen Spit ­ zenfachkräfte die Sportwarte und Kampfrichter schulen. Dank der unermüdlichen Arbeit und Einsatzbereitschaft des Trainers und des Vor ­ sitzenden des Vereins Kurt ENGLER gilt Eppel ­ born auch jenseits der Grenzen als Hochburg des saarländischen Kunstradsportes. Der Ehrgeiz der beiden begeisterten Sportler geht dahin, die Auf ­ bauarbeit des Vereins nodr zu erweitern und Spitzenleistungen zu erreichen, die auch außer ­ halb dess Saarlandes konkurrenzfähig sind. Aber dabei stellen sich ihnen fast unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg. Hemmend wirkt sich vor allem der Geldmangel aus. Der Verein verfügt über 18 Räder. Das reicht nicht aus bei 47 Kunstradfahrern, von denen 29—30 Bergleute oder Kinder von Bergleuten sind. Selbst die Spitzenfahrer müssen die Räder untereinander auswechseln. Eine zweite Sorge: die Behinderung des Trainings durch die Tatsache, daß die Bergleute in Wechselschicht arbeiten. Da kommt es vor,, daß eine Gruppe nur alle 4 Wochen ge ­ meinsam üben kann. Der Radfahrerverein „Schwalbe“ hat monatlich mindestens zwei Veranstaltungen, bei denen Groß und Ehlen beim Zweier-Kunstradfahren, Eppelborn