177 Drittens: Garderobe des großen Saals in Ailenwald. Kurz vor Beginn eines Werbeabends des Kunstkraftsportvereins. Im Raum wimmelt es von Artisten der verschiedensten Gruppen. Die mei ­ sten sind schon urngezogen. Hie und da wird bei einer Bewegung goldner und silberner Flitter unter den Trainingsanzügen sichtbar. Neben mir schnürt sich der 20-jährige Berglehrling Jakob Heinz der Grube Reden-Flamm sorgfältig die Turnschuhe zu. Dabei berichtet er. Der junge Artist wird im Juni seine Knappenprüfung able- gen. Z. Zt. arbeitet er vor Ort. Obwohl sein Va ­ ter auf den Saargruben als Fahrhauer beschäftigt ist, entscheidet er sich nicht gleich für den har ­ ten Beruf des Bergmannes. Bereits mit 9 Jahren beginnt er seine Lehre bei dem bekannten saar ­ ländischen Artisten und Bergmann Pontius. 5 Jahre lang ist er bei der Pontiustruppe als Obermann und Berufsartist tätig. Mit dieser Truppe wird er nacheinander zum Zirkus Belli, Ziikus Roland, Zirkus Althoff und Zirkus Wil ­ liams verpflichtet. 1950 kehrt er in die Heimat zurück und fährt im Oktober 1951 auf Grube Reden an. Trotzdem kann er .seinen ehemaligen Beruf nicht lassen. Ein Jahr darauf beginnt er wieder mit der Ausübung des Kunstkraftsports — diesmal als Amateur. Er hat Erfolg. 1953 macht er die Landesmeisterschaft im Solo und w ird im gleichen Jahr dritter bei der Austragung der Deutschen Meisterschaft. Berglehrling Jakob, Grube Reden-Flamm Später — auf der Bühne — sehen wir ihn wieder. Seine Tricks verraten die große Schule. Wir spüren — seine Kunst ist in der Zirkusluft gereift. Tadellose Einarmer, Tricks auf der rol ­ lenden Walze und Höhepunkt — Freikopfdrehen. Seine Stärke ist die Equilibristik. Sie bringt Abwechslung in die Programme, die hauptsäch ­ lich von Bodenakrobaten bestritten werden.