131 Von Rudolf Saam, Bischmisheim Die aufgeworfene Frage scheint eigenartig zu sein, weiß doch weder die umfangreiche Mozart ­ literatur noch die saarländische Heimatforschung über diesen Punkt zu berichten. Das Problem ist jedoch keineswegs so abwegig, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Zwar kann von einem tage- oder gar wochenlangen Aufenthalt Mozarts in der damaligen fürstlichen Residenz Saarbrücken keine Rede sein — ein solcher Tat ­ bestand wäre sicher nicht unerwähnt geblieben. Vielmehr soll lediglich die Frage untersucht wer ­ den, ob Wolf gang Amadeus Mozart für einige Stunden einmal in der Stadt Saarbrücken geweilt hat. Denn es gibt in der Tat gute Gründe zu der Annahme, daß Mozart Saarbrücken, wenn auch nur für ganz kurze Zeit, kennengelemt hat. In der Morgenfrühe des 23. September 1777 brachen Wolf gang Amadeus Mozart und seine Mutter von Salzburg aus zu einer Reise auf, die angetreten wurde, um Wolfgang ein festes, seinen Mozart. Gezeichnet in Poris i778 angeblich von A. de Saint-Aubin Anlagen entsprechendes Unterkommen, das er in Salzburg nicht finden konnte, zu vermitteln, oder, falls dieser Versuch fehlschlagen sollte, in Paris einen bekannten Namen als Komponist zu er ­ langen. Die Reise führte zunächst nach München, wo sich der junge Wolf gang beim Kurfürsten um eine Anstellung bemühte. Jedoch wurde seine Bitte sogleich abschlägig beschieden. Über Augs ­ burg ging es weiter nach Mannheim. Dort langten die Mozarts am 31. Oktober an. Wolfgang be ­ warb sich von neuem um eine Anstellung, erhielt aber am 10. Dezember wieder eine Ablehnung. Durch die Bekanntschaft mit der Künstlerfamilie Weber, deren 17jährige Tochter Aloysia Wolf ­ gangs Herz entflammt hatte, wurde die von Vater Mozart gewünschte Weiterreise nach Paris zu dessen größtem Verdruß immer wieder ver ­ schoben. Am 12. Februar 177S befahl jedoch Va ­ ter Mozart von Salzburg aus kategorisch: „Fort mit Dir nach Paris, und das bald! Setze Dich