61 Die Überschrämmethode in niedrigen Flözen Rückgang der Selbstkosten - Arbeit des einzelnen Bergmannes nicht mehr so hart und mühselig. Von Ingenieur Drouin 1. Allgemeine Daten der Grube Maybach Der Abbau in Grube Maybach bewegt sich z. Zt. in zwei zu Ende gehenden Abbausohlen, der 3. und 4. Sohle und dies unter besonders schwierigen Bedingungen, da die „schönen" Flöze der guten Felder bereits vorher abgebaut wurden. Fast die gesamten in Abbau stehenden Flöze sind durch den Abbau des Flözes 13, weiches im Unterwerksbau auf der 4. Sohle ge ­ baut wurde, unterfahren. Die Daten der in Abbau stehenden Flöze sind daher nicht erfreulich: Netto-Flözmächtigkeit: 1,00 m Wasch- und Klauberverluste: 45—50% Hangendes im allgemeinen mittelmäßig, Liegendes weich, so daß die eisernen Stempel einsinken. Mit Ausnahme von Flöz 11 ist dagegen die Kohle nicht hart; das Schrämen ist nicht unbe ­ dingt erforderlich und das Schießen unnötig. Wir sprechen hier nur von Flözen mit einem Einfallen bis 15 3 . 2. Frühere Abbaumethode Aus vorgenannten Gründen und hauptsäch ­ lich infolge der relativ weichen Kohle hat da ­ her Maybach ausgangs des Krieges keine Ver ­ suche unternommen, zu mechanisieren, sondern den Weg der Konzentration beschritten. Die klassische Methode war der Streb von 200 m Länge mit Panzerförderer, der in der Nacht ­ schicht umgclegt wurde, sowie Ausbau mit eisernen Stempeln und Holzkappen. Durch ver ­ stärkte Belegung der Hauer im Streb wurden in günstigen Fällen Fortschritte von 2,40 m, bei einem Mittel von 1,80 m für die gesamte Grube, erzielt. Die Kohle wurde gut getränkt, jedoch nicht geschrämt. Die Einführung des Schrämens mit Schräm ­ arm von 2,50 m erwies sich als schwierig, das Hangende wurde allzu heftig beeinflußt, der Schrämschlitz wurde zusammengedrückt, was dem Schrämen einen großen Teil seiner Wirk ­ samkeit nahm; die Maschinen hielten einer der ­ artigen Beanspruchung nicht stand und fielen häufig aus. Das Schrämen mit Schrämarm von 1,20 m und zweimaligem Schrämen je Tag er ­ wies sich dagegen als viel wirksamer und wir bezeichneten diese Methode als „Doppel ­ schrämmethode". Die Nachtschicht schrämte einmal; die Frühschicht kohlte die geschrämte Kohle aus, stellte die Notstempel und schrämte anschließend ein zweites Mal. Die Mittags ­ schicht kohlte wiederum aus und verbaute un ­ ter Belassung einer Schrämgasse (s. Bild 1). 3. Suche nach einer neuen Methode Die Doppelschrämmethode führte zu einer beträchtlichen Verringerung der Pickhammer ­ arbeit, vermehrte aber dagegen die Schaufel ­ arbeit, da am Ende der Mittagsschicht der Ab ­ stand zwischen Strebfront und Förderer 4 m betrug, was ein zweimaliges Schaufeln be ­ deutete. Weiterhin ließ diese Methode auch keinerlei Verbesserung mehr zu sowohl hinsichtlich des Abbaufortschrittes, da am Ende der Mittags ­ schicht der vom Bergamt genehmigte Höchst ­ abstand von 5,40 m zwischen altem Mann und Strebfront erreicht war, als auch hinsichtlich der Leistung, da jegliche Mechanisierung unmöglich war. Eine Leistungssteigerung konnte nur noch von einer Arbeitssteigerung der Belegschaft herkommen, aber der menschlichen Muskelkraft sind Grenzen gesetzt. Doppelschräromethode. Stand des Strebes um 6°° Uhr. Stand des Strebes um « i.Qm ~v Stand des Strebes um 15°°tlhr Stand des Strebes um l'TUhr