57 Die Stromversorgung der Grube St. Barbara Von Dipl.-Ing. Winkelsträter Die SAARBERGWERKE haben vor kurzem im nordöstlichen Teil unseres Landes eine neue Grube — St. Barbara — in Betrieb genommen, die in vieler Hinsicht als bemerkenswerte tech ­ nische Leistung angesehen werden kann. Nicht nur, weil sämtliche Übertageeinrichtungen voll ­ ständig neu erbaut wurden, sondern auch weil die Förder- und Aufbereitungsanlagen nach dem neuesten Stand der Technik mechani ­ siert sind. Diese Mechanisierung wäre ohne die weit ­ gehende Verwendung elektrischer Energie nicht zu verwirklichen. Deshalb werden es unsere Leser begrüßen, wenn wir über einige Auf ­ gaben berichten, die der Elektriker in St. Bar ­ bara zu lösen hatte. St. Barbara ist für eine endgültige Tagesför ­ derung von brutto 13 500 Tonnen Kohle geplant. Die Fördertiefe beträgt 582 m. Im jetzigen ersten Ausbau können arbeitstäglich 4 500 Ton ­ nen gefördert und aufbereitet werden. Diese Fördermenge bewältigt eine einzige, elektrisch angetriebene Fördermaschine mit einer Leistung von 3 400 Kilowatt. Sie ist in einem Turm von 50 m Höhe aufgestellt. Dort ist noch Raum für eine zweite Maschine glei ­ cher Größe. Die Beschickungsanlagen unter und über Tage arbeiten elektropneumatisch, d. h., sie werden elektrisch gesteuert und pneumatisch betätigt. Für sie und für den übrigen Bedarf an Preß ­ luft wurde ein elektrisch angetriebener Turbo ­ verdichter, der 32 000 Kubikmeter Luft je Stunde fördert, aufgestellt. Er hat einen Lei ­ stungsbedarf von 3200 Kilowatt. Unter Tage sind die Druckluftleitungen bis nach Franken ­ holz geführt, von wo aus ein zweiter Turbo ­ verdichter von 40 000 Kubikmeter je Stunde in das gleiche Druckluftnetz liefern kann. Die bis zur Hängebank geförderte Kohle wird von Transportbändern der Wäsche zuge ­ führt. Dort wird sie maschinell von den Beimen ­ gungen — Berge genannt — getrennt, gebro ­ chen und nach handelsüblichen Stückgrößen sortiert. Die für diesen Vorgang — der Berg ­ mann nennt ihn Aufbereitung — erforderlichen Einrichtungen wie Transportbänder, Brecher, Waschtrommeln, Schleudern, Siebe, Rutschen, Pumpen und Separatoren werden elektrisch an ­ getrieben und nach einem sinnvollen Plan mit ­ einander verriegelt. Auch der Bergesturz, die Kohlenstapelanlage, der Landabsatz, die Nebenbetriebe wie Werk ­ stätten, Bade- und Waschkaue, Lampenstube, Büros und Magazine sind elektrifiziert. Insgesamt sind jetzt schon 20 000 Kilowatt „installiert". Diese Leistung heranzuschaffen, sie auf die einzelnen Verbraucher zu verteilen, die Anlagen gegen Störungen zu sichern, all das gehörte zu den Aufgaben, die dem Elek ­ triker in St. Barbara gestellt waren. Wie sie im einzelnen gelöst wurden, sei nun beschrieben: Die in den grubeneigenen Kraftwerken St. Barbara, Weiher, Fenne und z. T. noch Lui ­ senthal erzeugte elektrische Energie wird über ein Freileitungsnetz, das mit einer Spannung von 65 000 Volt betrieben wird, an die Ver ­ brauchsschwerpunkte des Grubengebietes — einer davon ist die Grube St. Barbara— heran ­ gebracht. Der hochgespannte Drehstrom wird hier, in einer Freiluftanlage, über Umspanner — sogenannte Dreiwickler — geleitet, die ihn auf 10 000 Volt (10 kV) und 5 000 Volt (5 kV) transformieren. Aufgestellt sind drei Umspan ­ ner, jeder für eine Leistung von 12 500 Kilo ­ voltampere (kVA); einer davon dient als Re ­ serve. Von den beiden Hauptschaltanlagen 10 kV und 5 kV wird die Energie den einzelnen Ver ­ brauchern unmittelbar zugeführt, wie z. B. dem Umformer für die Fördermaschine, dem Kom ­ pressormotor, der Wasserhaltung unter Tage — oder sie wird nochmals auf 500 Volt und 220 Volt umgespannt. Lebenswichtige Verbraucher — z. B. die För ­ dermaschine oder die Pumpen in der Wasser- IVöjcbe Bi Ich. Verteilung der etekbr Energie ouf der Grube Ste Bcrrbe