39 Meß- und Sicherheitseinrichtungen Von M. Kubitzki Der reiche Anfall von hochwertigem Methan ­ gas, das in zahlreichen Gruben im Bereich der Saarbergwerke beim Abbau der Kohle frei wird, hat anfangs zur Errichtung reiner Ent ­ gasungsanlagen und in der weiteren Entwick ­ lung zum Bau von Methan-Verwertungs-Anlagen geführt. Hierunter sind Anlagen zu verstehen, in welchen das Gas aus den unter Tage be ­ findlichen Entgasungsfeldern nicht nur abge ­ saugt, sondern durch Kompressoren je nach dem Verwendungszweck auf einen höheren Druck verdichtet und weitergeleitet wird. Dieses so gewonnene Methangas kommt allerdings nicht rein, sondern nur in Vermischung mit anderen Gasen vor, die zur Hauptsache aus Stickstoff und Sauerstoff bestehen, wobei der Gehalt an Rein-Methan Werte von ca. 90 % an abwärts annehmen kann. Derartige Gasgemische sind aber, wenn sie nur 5—15% Methan enthalten, explosibel und allgemein un ­ ter der Bezeichnung „Schlagwetter" bekannt. Es müssen daher beim Betrieb von Methangas- Anlagen besondere Sicherheitsmaßnahmen ge ­ troffen werden, damit solche explosiblen Ge ­ mische nicht in die Gebläse oder Kompressoren gelangen und von dort weitergeleitet werden. Das Oberbergamt hat daher verfügt, daß bei Methan-Verwertungsanlagen die Antriebsmoto ­ ren der Kompressoren selbsttätig abgeschaltet werden müssen, sobald der Methangehalt im Gas auf 40 % sinkt, oder der Unterdrück in der Saugleitung zu hoch, in der Regel größer als minus 2 000 mm Wassersäule wird. Haben nun die Kompressoren wegen des zu niedrigen Methangehaltes abgeschaltet, so darf die Ent ­ gasung nur noch durch besonders dafür zuge ­ lassene Gebläse erfolgen, die das Gas durch eine Rohrleitung — Fackel genannt — ins Freie abblasen und selbsttätig außer Betrieb gehen müssen, wenn der Methangehalt weiter bis auf 30 % abfällt? Unter diesem Wert darf das Gas nur noch durch seinen eigenen Auftrieb abge ­ fackelt werden. Es wird weiterhin durch die Bergbehörde gefordert, daß der Unterdrück in der Saugleitung laufend registriert wird, so lange die Entgasung maschinell erfolgt. Diese Forderung, welche die Sicherheit der Personen der Anlage und der Grube gewährleisten soll, werden durch geeignete Meß- und Sicherheits ­ einrichtungen verwirklicht, über welche hier ein Überblick gegeben wird. Zum besseren Verständnis ihrer Wirkungs ­ weise sind nun in einem in Fig. 1 wiederge- für die Methan-Überwachung in Methangas-Anlagen gebenen Schema einer Methangas-Kompresso ­ renanlage sämtliche zur Sicherheit und Kon ­ trolle notwendigen Überwachungspunkte dar ­ gestellt. Von ihnen aus werden die Meßwerte auf die Meß- und Regelgeräte übertragen, die zentral in einem Meßraum vereinigt sind. Das dargestellte Schema zeigt eine Saugleitung, durch welche das Gas — wenn notwendig über Vorverdichter (Gebläse) — angesaugt und von diesen den Kompressoren zugeführt wird. Von dort geht es mit einigen atü-Druck in eine Sam ­ melleitung zu den Verbrauchern. Die Vorver ­ dichter dienen gleichzeitig dazu, das Gas bei zu niedrigem Methangehalt durch die Fackel ins Freie zu drücken. Die in dem Schema an ­ gegebenen Ziffern stellen die Meßpunkte für die nachfolgend angeführten Funktionen dar. Ziffer Funktion 1 Registrierung des Unterdruckes in der Saugleitung. 2 Registrierung der abgesaugten Gasmenge. 3 Überwachung des Unterdruckes in der Saugleitung vor den Kompressoren, zwecks selbsttätigen Abschaltens der ge ­ samten Anlage bei zu hohem Unterdrück. 4 Messung des Methangehaltes in der Druckleitung, zwecks Abschaltens der ge ­ samten Anlage bei Erreichen des Min ­ destwertes von 40 %. 5 Registrierung der Gastemperatur in der Druckleitung. 6 Registrierung des Gasdruckes. 7 Überwachung des Kühlwasserdruckes für die Kompressoren zwecks Abschaltens der gesamten Anlage bei Ausbleiben des Kühlwasser-Zuflusses. 8 Messung des Methangehaltes zwecks Ab ­ schaltens der Vorverdichter während des Abfackelns bei Erreichen des Mindest ­ wertes von 30 %. Fig. 1 Sobald also eine Störung im Sinne der unter Ziffer 3, 4, 7 und 8 aufgeführten Funktionen auftritt, wird gleichzeitig mit der automatischen Außerbetriebsetzung der Anlage ein Warn ­ signal betätigt. Signallampen, die bei Eintritt der Störung aufleuchten, zeigen die Ursache der Störung an. Die unter den Pos. 1 und 2 aufgeführten Vor ­ gänge dienen zusammen mit der Anzeige und der Registrierung des Methangehaltes von