35 Der Ankerbolzenausbau - Ersparnis an ein neuartiges Ausbauverfahren Material und Arbeitsaufwand Von Dipl.-Ingenieur Kuhn Seit einigen Jahren hat auf einer Reihe von Saargruben, besonders in der Gruppe West, der sogenannte Ankerbolzenausbau in zuneh ­ mendem Maße Eingang gefunden. Dieses neuartige Verfahren ist vor allem im nord-amerikanischen Kohlenbergbau entwickelt worden, wird aber auch bereits mit Erfolg in einigen europäischen Bergbaugebieten ange ­ wandt, deren geologische und bergmännische Verhältnisse denen der Saar gleichen, z. B. in Nordfrankreich, Belgien und an der Ruhr. Der Grundgedanke dieses Ausbaues besteht darin, die unmittelbar über dem Flöz liegen ­ den Gesteinsschichten an einer höheren, festen Bank aufzuhängen, oder sie, wo eine solche Bank fehlt, durch Zusammenpressen zu einer festen Platte zu bündeln. Durch diese Bünde ­ lung soll die Streckenfirste wie ein zweiseitig eingespannter Balken in den Seitenstößen Auf ­ lage finden und auch bei Einwirkungen des Abbaus vor einer Auflockerung des Gesteins bewahrt bleiben. Zu diesem Zwecke werden je Meter Strecke 3—5 Löcher ins Hangende gebohrt und in diese 1,30 und 1,80 m lange Ankerbolzen eingeführt und verschraubt. Aus Abb. 1 und 2 ist die Form dieser Anker ersichtlich. Der bisher am meisten verwandte Typ ist der sogenannte Schlitzkeil ­ anker (Abb. 1). Eine Stange aus weichem Stahl von 22 bis 30 mm Durchmesser ist am unteren Ende mit einem Gewinde versehen und am Kopf auf eine Länge von 150—180 mm auf ­ geschlitzt. In diesen Schlitz wird beim Einfuhren des Ankerbolzens in das Bohrloch ein kräftiger Stahlkeil eingesetzt, der beim Hochtreiben des Bolzens die Ankerhörner auseinander drückt. Die meißelartigen Spitzen des Bolzens weiten dabei die Bohrlochwand konisch aus, so daß der verbreiterte Ankerkopf einen festen Sitz im Gestein findet (s. Stellung Abb. 1 rechts). Durch Anziehen der Schraubenmutter erreicht man daraufhin die angestrebte Einspannung des Hangenden entweder von Hand mit Hilfe eines langen Schraubenschlüssels oder mechanisch durch ein besonderes Preßluftgerät. Ein anderer, weniger verwendeter Typ von Bolzen ist der sogenannte Spreizhülsenanker (Abb. 2), bei denen der aus mehreren Segmen ­ ten bestehende Ankerkopf sich beim Anziehen der Mutter seitlich gegen die Bohrlochwand preßt. Dieser Typ ist komplizierter und teurer, hat aber eine größere Klemmkraft als der Keilanker. Die Stellung der Ankerlöcher ergibt sich aus der schematischen Darstellung in Abb. 3. Die mittleren Anker werden bankrecht in der Strek- kenfirste, die an den Seitenstößen, um den ge ­ bündelten Hangendschichten eine bessere seit ­ liche Auflage zu geben, schräg nach außen an ­ gesetzt. Die nötige Aufiagefläche zwischen Bolzen ­ mutter und Gebirge wird durch Einschaltung eiserner Platten geschaffen. Noch zweckmäßiger