126 M NEUFANG GOLDHALS Da wir uns schon mit ausländischen Pflanzen beschäftigen, wollen wir auch noch die Kannen ­ pflanze kennenlernen. Wir finden sie in den feucht-heißen Urwäldern der Tropen, besonders auf dem Malaiischen Archipel. Gelegentlich können wir sie auch in den Gewächshäusern größerer Gärtnereien sehen. Es sind Pflanzen, Abb. 10: Nepeuthes ampularia, Wurzelstück mit ,,Erdkannen" (Nach Goebel) die raffiniert eingerichtete Kannen zum In ­ sektenfang besitzen. Sie sind aus umgewan ­ delten Blattspreiten hervorgegangen. Es gibt Kannenpflanzen, die im Urwald wie Lianen an den Bäumen emporklettern und irgendwo in luftiger Höhe ihre Kannen ausstrecken (Abb. 9). Andere dagegen wurzeln im Boden und haben in der Laubdecke versteckt ihre sogenannten Erdkannen. Diese sind weitbauchig, tonnen ­ förmig und bis zu fünf Zentimeter groß (Abb. 10). Für alle herumkriechenden Klein ­ tiere des Erdbodens bilden sie wahre Fall ­ gruben. Wie sind die Fallgruben gebaut und wie arbeiten sie? Das Blatt einer kletternden Kannenpflanze läuft in einer Ranke aus, an Im Schatten des Wahr- Reiche Auswahl Aufmerksame Bedienung Wer einmal kauft, St. Wendeier Zeichens: Gute Qualitäten Reelle Preise bleibt dauernd Kunde/ Das bekannte Textil-Kaufhaus für alle! deren Ende sich die Kanne befindet, die zum Teil von einem unbeweglichen Deckel überragt wird. Er soll wahrscheinlich verhindern, daß Regenwasser in die Kanne fließt. Der Kannen ­ rand leuchtet in bunten Farben und glänzt von reichlich ausgeschiedenem Nektar. So werden die im Walde herumschwärmenden Insekten schon von weitem angelockt. Hungrig stürzen sie sich auf den Zuckersaft, klettern dabei auch tiefer in die Kanne, gelangen auf eine spiegel ­ glatte Wachsschicht, rutschen aus und fallen in die dunkle Tiefe. Dort befindet sich ein kleiner See, aber nicht aus Wasser, sondern aus einer verdauenden Flüssigkeit bestehend. Hier hauchen die Tiere ihr Leben aus. Sie werden verdaut und ihre verflüssigten Stoffe saugt die Pflanze auf. Angelockt durch die schönen Farben und den süßen Honig der Kannen, fällt ein Tier nach dem anderen in die Tiefe und wird dort nadi Art der fleischverdauenden Pflanzen aufgefressen. Aus derChemico GmbH., Sidol-Fabrik Saarbrücken Generalvertretung und Bezugsquellennachweis: Josef Bücker, Saarbrücken 3 Fernsprecher 45 52 Nassauerstrasse 13