6 81 deutendste darstellt. Es ist daher nicht ver ­ wunderlich, daß ein Projekt die Regulierung der Rhone zwecks Ausbeutung ihrer gesamten Wasserkraft zur Erzeugung elektrischer Energie vorsieht und in seinen Hauptteilen schon ver ­ wirklicht ist. Dieses Projekt umfaßt den Bau von zehn Werken zwischen der Schweizer Grenze und Lyon (das Werk von Jonage bei Lyon nidit einbegriffen) und von zehn weiteren Werken unterhalb Lyons. Das größte Werk, oberhalb Lyons, bei Genissiat, ist voriges Jahr in Betrieb genommen worden, andere sehen ihrer Vollendung entgegen. Nach Fertigstellung aller vorgesehenen Werke wird das Rhönewasser Frankreich etwa 14 Milliarden kWh liefern. Da Genissiat heute das größte Wasserkraft ­ werk Europas ist (Rußland nicht mit einbe ­ griffen), lohnt es sich, einige Angaben darüber zu machen. Das Werk arbeitet mit einem mitt ­ leren Gefälle von 69 m, hat sechs Gruppen Francis-Turbinen von je 100 000 PS und kann im Jahre rund 2 Milliarden kWh liefern. Genissiat liegt 23 km von der Schweizer Grenze und sein Stausee reicht bis zur Grenze. Er hat eine Oberfläche von 350 ha und ein Fassungsvermögen von 53 Millionen m 3 . Dieses Fassungsvermögen erscheint gering im Verhält ­ nis zu den Wassermengen, welche die Rhone mit sich führt. Aber der Stausee hat weder die Rolle eines großen Wasserreservoirs noch die eines Regulators. Die Rhone hat einen wunder ­ baren Regulator und das ist der Genfer See. Bekanntlich fließt die Rhone durch den Genfer See. Am Ende desselben, in Genf, verläßt sie den See über ein Uberfallwehr. In diesem Wehr angebrachte, manövrierbare Schieber regeln den Überfall und somit das Niveau des Sees und die Wassermenge der Rhone, Da der Genfer See eine Oberfläche von 580 km 2 hat, entspricht ein Niveauunterschied von 1 cm einer Wasser ­ menge von 5 800 000 m 3 . Kurz nach seinem Eintritt in Frankreich wälzt sich die Rhone auf 28 km Länge zwischen tiefen Felsenschluchten bis Seyssel, wo eine weitere Zentrale vor einigen Monaten fertiggestellt und in Betrieb genommen worden ist. Die Arbeiten für das Werk in Genissiat waren umfangreich und schwierig. Nachdem eine gute Anfahrtstraße und ein Anschlußgleis an die in der Nähe liegende Strecke Lyon—Genf bis zur künftigen Zentrale zur Heranschaffung des not ­ wendigen Materials gebaut waren, handelte es sich in erster Linie darum, den Felsen, welcher Staumauer und Zentrale als Fundament dienen sollte, freizulegen, — die Rhone mußte also umgelegt werden. Da die Felsenschlucht verhält ­ nismäßig eng ist — nur 40 m an der Sohle —, mußten auf jedem Ufer Tunnels in die Felsen eingesprengt werden. Diese beiden Tunnels von eiförmigem Querschnitt (11,4 m breit und 8,65 m hoch) mußten imstande sein, Hochwassermengen bis zu 2000 m 3 /Sek. abzuführen. Zur Verminde ­ rung der Reibung wurden sie im Inneren mit einer 40 cm starken Betonschicht ausgekleidet. Zur Freilegung des Fundamentes war es ferner notwendig, 25 m hohe Felswände zu beseitigen. 1937 begonnen, waren diese Arbeiten 1940 be ­ endet. Während des Krieges wurde wegen Mangels an Eisen und Zement hauptsächlich an der Ausrüstung der Baustelle zur Aufbereitung des nötigen Betons gearbeitet. Diese Ausrüstung umfaßte: Eine Baggeranlage, 5 km flußabwärts, mit Seilbahntransport zur Baustelle und einer Leistung von 200 t/Std. In Genissiat wurde das Material in einem recht ­ eckigen Turm, der mit den nötigen Maschinen ausgerüstet war, gebrochen und gesiebt. Sechs Kategorien Sand und Zuschläge wurden in Silos von 15 000 t Fassungsvermögen mittels Trans ­ portbändern von der Brecher-Sieb-Station zu den Silos und von diesen zu den Betonmaschinen geleitet. Der Zement kam in Spezialwaggons per Eisenbahn und wurde in vier Silos von 900 t Fassungsvermögen aufbewahrt; seine ganze Manipulation erfolgte pneumatisch. Eine Beton ­ fabrik erstand, mit sechs Betonmaschinen für