80 erforderlichen Anlagen erreicht werden. Für Frankreich befinden sich die an hydraulischer Kraft reichsten Wasserläufe in den (Nord-) Alpen und Pyrenäen, dann im Massiv Central, Jura und in den Vogesen. In den letzteren wird die Massenansammlung von Wasser durch die Verzweigung der Wasserläufe erschwert, mit Ausnahme des Weißen und Schwarzen Sees, die Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie besitzen. Man hat in Frankreich Wasserkraftanlagen im Hochgebirge, deren Turbinen von Stauseen ge ­ speist werden, die ihren höchsten Wasserstand im Frühsommer haben, wegen der Schnee ­ schmelze und des Gletscherwassers. Man baut aber auch Zentralen in der Ebene, welche ihre Spitzenleistung während des Hochwassers im Frühjahr und Herbst erreichen. Man sucht so den Leistungsausfall der einen oder anderen Anlage auszugleichen. Aber dies genügt bei weitem noch nicht, um den nötigen Energie ­ bedarf zu liefern, ohne Heranziehung der ther ­ mischen Kraftanlagen. Um nur mit hydraulischer Kraft den ganzen elektrischen Energiebedarf zu decken, müßte man Stauseen schaffen, mit einem Fassungsvermögen von mehreren Milliarden m 3 . Diesen idealen Zustand sucht man durch um ­ fangreiche Projekte in der Zukunft zu erreichen. Die Trockenheit der letzten Jahre zeigt immer deutlicher, daß sehr bedeutende Wassermassen angesammelt werden müßten, um den Ausfall des natürlichen Wasserzuflusses auszugleichen. Große Wasserreservoire sind unerschöpfliche Gruben weißer Kohle, deren Ausbeutung kosten ­ los ist. Der Bau einer thermischen Zentrale ist billiger als der einer hydraulischen, weil keine so um ­ fangreiche Arbeiten (Staumauer, Druckleitungen z. B.) erforderlich sind. Außerdem kann man in den meisten Fällen die thermische Zentrale in der Nähe der Hauptverbraucherzentren er ­ richten, wodurch die Unkosten langer Leitungen erspart werden. Schließlich ist eine thermische Zentrale keinen atmosphärischen Schwankungen unterworfen und liefert mit großer Sicherheit konstant die geforderte Strommenge. Aber ihr Betrieb ist teuer und erfordert Heranschaffung von großen Kohlenmengen und zur Überwachung ein zahlreiches Personal als eine hydraulische Zentrale. Ist ein Wasserkraftwerk gebaut, so ist sein Betrieb sehr billig, da die Wasserkraft nichts kostet. Das erste Stauwerk (Furens) mit einer Stau ­ mauer von 55 m Höhe wurde in Frankreich in den Jahren 1861/66 gebaut; heute gibt es deren Hunderte. Vor Kriegsausbruch, im Jahre 1938, lieferten in Frankreich die hydraulischen Zen ­ tralen etwa die Hälfte des gesamten Strom ­ verbrauches in Höhe von 20 Milliarden kWh. Heute ist der Strombedarf etwa doppelt so hoch. Am Kriegsende, 1945, waren in Frankreich 56 Wasserkraftwerke im Bau, die heute fertig ­ gestellt sind. Zahlreiche andere sind schon be ­ endet oder im Bau. Trotzdem bleibt noch viel zu tun. 1935 wurden pro Einwohner erzeugt: In Kanada 2136 kWh, in Norwegen 1094, in der Schweiz 1066, in den Vereinigten Staaten 745, in Frankreich 378, in Deutschland 300 kWh. Wenn diese Zahl für Frankreich auch heute etwas höher liegt, so wird doch die dem Lande zur Verfügung stehende hydraulische Kraft heute noch kaum zu einem Drittel ausgenützt. Frankreich ist gesegnet mit reichen Wasser ­ kraftquellen, unter denen der Rhönefluß die be- Donzere - Mondragon: Die Staudämme