44 Feinstkorn-Aussiebung in den Wäschen (siehe nebenstehendes Bild) In den Siebereien und Wäschen unserer Gru ­ ben sind zahlreiche Siebe oder der Siebung die ­ nende Apparate angeordnet. Die meisten dieser Einrichtungen stehen in den Wäschen. Sie haben die wichtige Aufgabe, die Kohle vor und nach dem Waschen in bestimmte Korngrößen aufzu ­ teilen. Dieses ist erforderlich, um auf den Setz ­ maschinen einen hohen Nutzeffekt zu erzielen und andererseits gute verkaufsfähige Produkte herzustellen. Je feiner das Korn ist, welches ab ­ gesiebt wird, desto größer ist die erforderliche Siebfläche. Am schwierigsten ist die Absiebung der Staubkohle — auch Feinstkorn genannt — wofür besondere Einrichtungen erforderlich sind. Dieses Feinstkorn der Korngröße von etwa 0—0,75 mm wird aus der Rohfeinkohle 0—10 mm vor dem Waschen abgesiebt, weil es auf der üblichen Feinkornsetzmaschine nicht gewaschen werden kann. Außerdem würde es das Wasch ­ wasser zu sehr verschmutzen und dadurch den Waschprozeß beeinträchtigen. Das Feinstkorn wird durch Naß- oder Trockenverfahren aus- geschieden. Bei dem Naßverfahren wird die Rohfeinkohle 0—10 mm auf Vorentschlämmungs- sieben mit Wasser abgebraust, das abgesiebte Feinstkorn erscheint dann im Schlamm. Der Schlamm wird auf der Flotation (Schlamm ­ wascher) gewaschen, sodann auf Filtern ge ­ trocknet und der Kokskohle beigegeben. Bei dem Trockenverfahren wird die Rohfeinkohle 0—10 mm über schnellaufende Vibratoren ge ­ führt, wobei von unten ein Luftstrom durch die Kohleschicht geblasen wird, welcher die Staub ­ teilchen in die Höhe reißt. Die Staubteilchen werden in großen Cyklonen oder Staubfiltern niedergeschlagen und sodann meistens der Kesselkohle zugeführt. Beide Verfahren — Naß- und Trockenverfahren — erfordern große An ­ lagekosten und sind in der Unterhaltung teuer. Die Schwierigkeit bei der Absiebung des Feinstkorns auf trockenem Wege bildet die Feuchtigkeit der Kohle. Da heutzutage die Kohle bei dem neueren Abbauverfahren vielfach mit Wasser abgebraust wird, um der großen Staub ­ entwicklung entgegenzutreten, läßt sich die obenbeschriebene Trockensiebung nur noch sel ­ ten durchführen. Man geht deshalb heute andere Wege und hat Vibratoren entwickelt, deren Ge ­ webe elektrisch beheizt werden und welche ein Feinstkorn von 0—2 mm absieben. Durch die Beheizung der Siebgewebe bleiben die Löcher offen, so daß die Absiebung gewährleistet ist. Das Durchblasen eines Luftstroms entfällt hier ­ bei und somit die größeren Anlagekosten. Unsere Abbildung zeigt eine solche Einrichtung mit elektrisch beheiztem Vibrator, es sind be ­ reits mehrere dieser Art auf unseren Anlagen aufgestellt. Die Beheizung erfolgt mit elektri ­ schem Strom mit niedriger Spannung und großer Stromstärke, wozu jedem Vibrator ein Trans ­ formator beigestellt ist. Die ungewaschene Roh ­ feinkohle 0—10 mm wird aus den Bunkern über mechanisch angetriebene Zuteilschleusen in gleichmäßig dünner Schicht auf die schnell ­ laufenden Vibratoren gegeben. Das Korn 0—2 mm fällt durch das Gewebe in Fangtrichter und wird über Transportbänder der Kesselkohle beigegeben. Das über die Vibratoren gleitende Korn 2—10 mm fällt in Rinnen und wird den Feinkornsetzmaschinen zugeführt. Da die Sieb ­ gewebe verbrennen würden, falls der Kohle ­ strom plötzlich aussetzt, werden in den Aufgabe ­ bunkern über den Vibratoren elektrische Tast ­ vorrichtungen angeordnet, welche die elektrische Beheizung selbsttätig aus- und einschalten. West-Licht-Glühlampen in allen Saargruben (f’öld'YH&dcÜttC' für hervorragende Leistung, Saarmesse 1951