62 Obus - Gyrobus Neuzeitliche Verkehrsmittel Von B a u r a t LimbachfHTL Saarbrücken) In dem dynamischen Drang nach Verbesse- tung der Lebensbedingungen, nach höherer Wirtschaftlichkeit und größerer Sicherheit bietet die Technik immer neue Überraschungen ln den 30er Jahren bedeutete eine solche Über ­ raschung das neuerliche Auftreten des elek ­ trischen Oberleitungsbusses, kurz Obus oder Trolleybus genannt, auf dem Sektor des Nah ­ verkehrswesens. Denn schon im Jahre 1891 in den Grundzügen entwickelt, war er bald wieder in Vergessenheit geraten, um nun einen stür ­ mischen Siegeszug in der ganzen Welt zu be ­ ginnen und teilweise Straßenbahn und Autobus zu verdrängen. Wie der Name andeutet, hat der elektrische Oberleitungsbus mit der Straßen ­ bahn Ähnlichkeit in der Energieversorgung und im Antrieb, während er im Aufbau der Karos ­ serie und in den Fahrteigenschaften dem Auto ­ bus entspricht. Da die Rückleitung durch die Schienen entfällt, benötigt der Obus zwei Fahr ­ drähte, die, in einer Höhe von etwa 6 m mit 60 cm Abstand gespannt, über zwei Stromab ­ nehmer mit Schleifstücken den Motor des Fahr ­ zeuges mit Gleichstrom von 600 Volt Spannung speisen. Die Stromabnehmer sind im Gegensatz zur Straßenbahn drehbar und ermöglichen dem nicht an Schienen gebundenen, gummibereiften Fahrzeug ein seitliches Ausbiegen auf der Fahrbahn um je 4,5 m, so daß dieses wie der Autobus frei beweglich dem Verkehr folgen kann. Als Vorteile gegenüber dem Autobus sind die geräusch- und geruchlose, erschütte ­ rungsfreie Fahrt und die Einsparung flüssiger Treibstoffe zu nennen. Werden doch z. B. auf einer Linie von 6 km Länge bei etwa 14stün- digem Betrieb im 20-Minuten-Verkehr im Jahr schon über 70 000 Liter Treibstoff verbraucht. Der im Straßenbild Saarbrückens gut bekannte „Obus"