50 Bergmann Balies In der Schachthalle der Grube Reden. Hin ohrenbetäubende r Lärm, der beim Zu ­ sammenstößen der För ­ derwagen zu höchstem Fortissimo anschwillt. Zwischen Gleisen und rollenden Wagen vor ­ bei schlängeln wir uns zur Bergezapfstelle vor, wo der 57jährige B a 11 e s Konrad beschäftigt ist. Dumpf schlagen die gebroche ­ nen Berge in dem Waggon auf. Ein Hand ­ griff. Und immer stür ­ zen neue Massen aus dem riesigen Becher ­ werk, das 100 t Berge faßt, herab. So füllt der Bergezapfer Förderwa ­ gen auf Förderwagen. Bei dem Lärm in der Halle versteht man kaum sein eigenes Wort. Wir verlassen deshalb die Arbeits ­ stelle, damit uns der Jubilar etwas von sich erzählen kann. Das Leben hat ihn hart an ­ gepackt. Mit 14 Jahren verliert er seinen Vater und muß als Ältester von 7 Geschwistern den 14 Morgen großen Betrieb der Mutter be ­ wirtschaften. Und dies neben seiner Arbeit auf der Grube. Nach den beiden Jahren über Tage wird er 1911 als Schlepper auf Grube Reden beschäftigt. 1915 Bergmann Baltes an der Bergezaplstelle kommt er zum Militär. Noch in den letzten Jahren des Krieges erleidet er eine Gasvergiftung, die Magen- und Darm ­ störungen zur Folge hat. Wegen dieser Leiden kann er nur noch mit leichteren Arbeiten be ­ schäftigt werden — erst als Lokomotivführer, dann als Haspelführer in Blindschächten. In ­ folge einer Hautvergiftung, die ihn ein halbes Jahr aufs Krankenlager wirft, kommt er über Tage an seine jetzige Arbeitsstelle. NEUFANG MALZBIER Als Gemeinderats- und Verwaltungsratsmit ­ glied kämpft er gegen jede Art von Bürokratis ­ mus und setzt alle seine Kräfte ein, der Allge ­ meinheit zu dienen. Wenn es um Recht oder Un ­ recht geht, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Dann scheut er vor keinen noch so hitzigen Wortgefechten zurück und ruht nicht, bis er seinen Willen durchgesetzt hat. „Nur gut, daß ich in allen Lebenslagen meinen Humor be ­ wahre", meint der Jubilar, der ein rechter Spaß ­ vogel ist. Baltes hat einen Sohn und eine Tochter. Letztere ist bereits verheiratet. Der Sohn arbeitet auf der Anlage Marsaut vor Stoß. J. M.