125 Das Dörfchen Besch leitung, deren Drähte bei den Kämpfen am Orscholzriegel zerschossen wurden, zeugen vom Leben, vom modernen Leben . . . Wintertag im „Perler Land“ Der naßkalte Frühnebel jagt in eiligen Fetzen über die kahlen Höhen unter einem tiefver ­ hangenen, diesigen Regenhimmel dahin. Kalter, feuchter Januarwind heult und pfeift über die weit offenen und welligen Hochflächen. Aus dem Regenloch der Obermosel kommt er hinter der „Remicher Brück" hervorgekrochen und bläst mit vollen Backen gegen die tief am Boden der flachen Muldentäler sich duckenden Dörfer. Weiter geht die wilde Jagd durch die breiten Straßen und über die einsamen Höhen ­ wege hinweg. Knarrend biegen sich die alters ­ steifen Eschen zu beiden Seiten der verlassenen Römerstraße der „Alt Straiß" hinter Kirf und Münzingen. Aber fest stehen die altersge ­ schwärzten Hofhäuser der Bauern mit ihrem breiten Giebel und dem Flachdach im frucht ­ baren, fetten Boden der Gauerde verankert. Dicht unter der tiefen Kandel verstecken sich die nach Lothringer Bauart wie Schlitze ange ­ brachten Dachlucken. «Mein Keller liegt unter dem Dach", sagt da ­ zu der pfiffige Gaubauer. Später am Tage, in den späten Nachmittagsstunden, wenn der Tag in das Dunkel des frühen Winterabends hin ­ überschwimmt, wechseln Szenerie und Land ­ schaftsbild: Regenschwer und schwarz hängen jetzt die Wolkenballen unter einem bleiernen Himmel. In böigen Stößen treibt der schneidend rauhe Nordwest den feinen, dünnen Strichregen über die kahlen Gauhöhen. Gegen Abend wächst der Wind noch weiter. Schneelandschaft bei Perl Aber dem heimeligen Dorf im Tal, in dem nach und nach die Lichter auf ­ blitzen, wird kein noch so starker Sturm etwas an- haben können. Mag er auch noch so sehr rasen und beharrlich oder gar zäh verbissen an den alten Eichenbohlen des Dachgebälks rütteln und die morschklirrenden Bur ­ gunderziegel durcheinan ­ derschütteln. Sie haben schon ganz andere Sachen über sich ergehen lassen müssen. Hinter den kleinen, fast quadratischen Fenster ­ scheiben gegen die drau ­ ßen der Regen peitscht, hocken im wohligen Halbdunkel der Küche, auf warmer Ofenbank, die Kleinsten des Hauses und hauchen ihren warmen Atem an die kalte, von der Küchenwärme betaute Fensterscheibe. Im monotonen Einerlei tropft schon stunden ­ lang der Regen von der schmalen Dachkandel auf die breiten Kalksteinfliesen des Hofes. „Dagg, dagg, dagg" fallen die Tropfen, Laut