78 immer mehr. Als Schutzbaum der Familie und als Hausbaum, der im Volksglauben eine be ­ sondere Rolle spielt, wird jedoch der Nußbaum immer wieder angepflanzt. Er liefert uns auch mit seinen Früchten und seinem Holz reiche wirtschaftliche Werte. Die Roßkastanie — der „Keschtebaum“ — hat sich erst seit knapp hundert Jahren als Haus ­ baum eingebürgert. Seine besondere Schönheit zur Blütezeit hat ihn besonders beliebt gemacht. Er ist der wahre Frühlingsbaum, wenn seine leuchtend weißen und roten Kerzen blühen. An sonnenhellen Maimorgen grüßt er als Bild der Freude. Die ungezählten, dicken Knospen blit ­ zen Wochen zuvor wie kleine Sonnenfunken. Doch in Hausnähe wird dem Kastanienbaum leider oft ein vorzeitiges Ende bereitet, weil seine dichten Schatten die Belichtung der Innen ­ räume zu stark beeinträchtigen. Vor vielen Häusern trifft man auch den Birn ­ baum an. Unsere Heimat kennt unter ihnen alte Gesellen, die wegen ihres Umfanges und ihrer Größe Naturdenkmäler wurden. Ein sol ­ cher Hausbaum steht z. B. in Klarenthal. Er hat einen Stammumfang von 2,70 m und schon vier Generationen überlebt. Zur Frühlings- sowie zur Herbstzeit bietet er seine besonderen Reize: den traumzarten Blütenschmuck und die leuch ­ tenden, lockenden Früchte, die uns aus dem grünen Blattwerk grüßen. Diese Bäume bergen wirtschaftliche und nicht zuletzt kostbare Heimatwerte. Das besondere Interesse, das der Mensch ihnen entgegenbringt, zeigt seine liebevolle Verbindung mit der Natur. Je älter ein Hausbaum wird, desto mehr steht in seiner lebendigen Chronik, die in der Familie des Besitzers weitergegeben wird. So ist dem Bergmann sein Hausbaum ein Symbol der Kraft und Heimatverbundenheit. Er begleitet ihn durchs ganze Leben. Ihm gilt, neben der Sorge um Familie und Wirtschaft, seine besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Wie der Hausbaum, so ist auch der saarlän ­ dische Bergmann in dem Heimatraum fest ver ­ wurzelt, der ihm die Kraft für sein schweres Tagewerk spendet.