9 Bei der Ljungström - Gegenlaufturbine sind auch die Leitschaufelkränze beweglich, d. h. sie sind auf einer Gegenwelle befestigt, welche sich im entgegengesetzten Sinne der ersten Welle dreht. Im übrigen ist das Prinzip der Dampfturbine kein anderes als dasjenige des Mühlenrades oder auch des Wasserrädchens, welche wir als Jungen anfertigten und am Bach laufen ließen. Der Unterschied besteht darin, daß die Dampf ­ turbinenwellen der Stromerzeuger sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute, das sind 50 in der Sekunde, drehen und eine mechanische Kraft von beispielsweise 32 000 kW = 43 500 PS ab ­ geben. Die Turbinenwellen sind unmittelbar mit dem Generatorläufer oder Rotor gekuppelt. Derselbe ist ein gewaltiger Elektromagnet mit einem Ge ­ wicht von mehreren Tonnen. Er trägt eine gleichstromgespeiste Wicklung und dreht sich mit derselben Geschwindigkeit wie der Tur ­ binenläufer. Den Gleichstrom zum Erregen dieses Elektromagneten liefert eine auf der ­ selben Welle sitzende „Erregermaschine". Sie ist ein normaler Gleichstromdynamo, in dessen Feldwicklung ein Regulierwiderstand einge ­ schaltet ist. Durch Veränderung dieses Wider ­ standes läßt sich die Stromabgabe der Erreger ­ maschine beliebig steuern, wodurch weiterhin der magnetische Kraftlinienfluß des Rotors sich beeinflussen läßt. Nun befindet sich der Rotor innerhalb des feststehenden Stators, welcher die Hochspan ­ nungswicklung trägt. Sie besteht aus einer großen Anzahl isolierter Kupferdrähte, die sinn ­ voll und gesetzmäßig geschaltet sind, so daß dieselben drei je um 120 Grad versetzte Wick ­ lungsgruppen bilden, entsprechend den drei Phasen des Drehstroms. Dreht sich nun der magnetisierte Rotor, so werden die elektrischen Leiter des Stators von den magnetischen Kraftlinien geschnitten, so daß nach dem bekannten Gesetz in den Leitern eine elektromotorische Kraft entsteht. Da sehr viele Leiter hintereinandergeschaltet sind, sum ­ mieren sich diese Emken, so daß bei voller Erregung und Drehzahl an den Klemmen des Stators eine Spannung von 10 600 Volt ansteht. Wird nun an diesen Klemmen ein äußerer Stromkreis angeschlossen, so kommt in dem ­ selben gemäß seinem ohm'schen + induktiven Widerstand ein elektrischer Strom zum Fließen. Die an den Statorklemmen anstehende Hoch ­ spannung wird über Stromschienen oder Kabel zu den Sammelschienen des Schalthauses ge ­ leitet. An den gleichen Sammelschienen sind die Abgänge angeschlossen, die zu den ein ­ zelnen Unterstationen der Gruben und den Privatabnehmern führen. Wie alle technischen und mechanischen Ein ­ richtungen ihre Schutz- und Steuervorrichtungen haben, so ist das auch im Kraftwerk in sehr ausgedehntem Maße der Fall. Es ist selbstver ­ ständlich, daß diese teueren und empfindlichen Maschinen für alle denkbaren Fälle automatisch wirkende Schutzvorrichtungen erhalten. Sie haben die Aufgabe, beim Auftreten von Fehlern innerhalb oder außerhalb der Maschinen, letztere vor größeren Schäden zu schützen, in ­ dem sie dieselben automatisch stillsetzen. Tritt Schaltanlage Weiher