158 In dieser Spezialröhre ist der Elektronenfluß durch ein magnetisches und ein elektrisches Feld gesteuert, eine Art Wechselstrommaschine mit Rotordrehzahl = Elektronen-Geschwindigkeit. Es wird hier der Elek ­ tronenfluß als Modulator benützt, während dies ge ­ rade in den klassischen Röhren sich als Störquelle erwies. Nach Abgang der Sendung wird das Magnetron leergesteuert und der Empfänger mit der Antenne bis zur nächsten Sendung durchgeschaltet. Während dieser Zeit, in Abhängigkeit der Entfernung, trifft der kleine Energieteil als Reflektion vom Ziel zurück. Er muß, um zu einer Messung im Anzeigeteil ver ­ wandt zu werden, reichlich verstärkt werden. Da sich hochfrequente Wellen nicht gut verstärken lassen, wird die Welle mit einer im Empfänger erzeugten niederen Frequenz von geringer Stärke gemischt (ähnlich des Superhet-Radioempfanges), diese Misch ­ frequenz wird in einer Klystrom- Reflexröhre erzeugt, durch Regulie ­ rung ihres Resonnanzhohlraumes kann eine Abstimmung jederzeit erfolgen. Die so erzeugte Zwischenfrequenz wird verstärkt und in einer Katho- denröhren-Anzeige bildet sie ein Ablesezeichen (Zielzeichen). Die Anzeigevorrichtung wird mit dem Steuergerät der Senderöhre synchron geschaltet, so daß der O-Punkt der Skala mit dem Sende- „Top“ gleichläuft. Normalerweise handelt es sich um eine Kathodenstrahlröhre, deren Steuerfrequenz die ­ selbe ist, als die der Senderöhre. Der verstärkte Refleximpuls wird als Ablenkspannung an die vorderen Ablenkringe gelegt und reißt den Kathoden ­ strahl auseinander. Dieses Zeichen ist also, verglichen mit einer geeichten Skala, der Standort des Zieles. Diese erste Peilvorrichtung mußte nun ergänzt werden, da bei beweglichen Zielen eine Führung des Sendestrahles erschwert ist. Anstatt den Raum mit einem starren Strahl abzusuchen, wurde der Strahl um eine Richtung beweglich gestaltet. Zu diesem Zweck wird der Dipol drehbar und exzentrisch aufgehängt, die Anzeigevorrichtung wird ergänzt durch zwei Zusatzanzeigen. In der einen wird der obere und untere Wellenstrahlreflex sichtbar ge ­ macht, in der zweiten der linke und rechte Reflex. Sind alle vier Ablenkungen gleich, so ist das Ziel genau geortet. Zu bemerken ist, daß diese Zusatz ­ anzeigen durch Phasenverschiebung immer mit dem Stand der Reflexverstärkungen übereinstimmen, also das Emmissionszeichen (O-Punkt) nicht angezeigt wird. Die einzelnen Teile des Radargerätes müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Da einmal die Ge ­ schwindigkeit der Wellen vom Elektrostatischen und Elektromagnetischen Zustand des Raumes beeinflußt werden, andererseits die Geräteleistung Schwan ­ kungen aufweist, welche durch Stromschwankungen der Speiseleitung (Netz oder Generator) und Tempe ­ ratur der Röhren verursacht werden, ist eine laufende Abstimmung erforderlich. Nach Einschaltung des Gerätes wird der Speise ­ stromregler justiert (auf vorgeschnebene Volt, Ampere und Phase), dann der Sender auf das genaue Frequenzverhältnis mit dem Empfänger gebracht, in ­ dem die Zwischenfrequenz abgestimmt wird. Zuletzt wird der Kathodenstrahl auf feinste Emp ­ findlichkeit eingestellt und die Justierpunkte der beiden Nebenanzeigen mit der Hauptanzeige (Uber- sichtsrohr) in Übereinstimmung gebracht. Dann beginnt die Entfernungseichung, indem ein vermessenes Ziel angepeilt wird. Die genaue Ent ­ fernung wird durch Verdrehung des Phasenschiebers der Anzeigevorrichtung eingestellt, so daß Skalen ­ entfernung und Ablenkzeichen des Kathodenstrahles übereinstimmen. Danach ist das Gerät meßbereit. Ein so beschriebenes Gerät ermöglicht bis zur ver ­ anschlagten Reichweite eine Seiten- und Höhen ­ winkelmessung sowie eine Entfernungsmessung von mindestens + — Vs Wellenzuglänge, in jedem Falle ab 10 km genauer als mit opt. E.-Meßgeräten. Ein Wellenzug von 2 Mikrosek. verläßt den Sender, wird von der Richtantenne ausgestrahlt, von einem Ziel reflektiert und zur Antenne zurückge ­ worfen, mit der Zwischenfrequenz gemischt, ver ­ stärkt und als Steuerstrom einer Kathodenanzeige ­ röhre verwandt. Während dieser Zeit ist der Sender RICHARD SCHMEER k.g. Grosshandlung für sanitären Installations- und Kanalisationsbedarf SAARBRÜCKENS - MAI N Z E R ST R AS S E 46 - TELEPHON 5145