32 neigen die Abnehmer immer mehr dazu, sich bezüglich der Korngröße der Kohle auf eine ge ­ wisse Sorte festzulegen, wobei der Unterschied zwischen den kleinsten und den größten Stücken immer geringer wird. So nehmen beispielsweise die Hausbrandöfen oder die Kesselroste nur Nuß 10/20, 20/35, oder 35/50 und manchmal auch 35/80 auf, wobei diese Zahlen als in Millimeter ausgedrückt aufzufassen sind, selbst dann, wenn diese Einheit nicht ausdrücklich vermerkt ist. Die obere Grenze der Nußkohle, die bei 80 mm liegt, wird selten überschritten. Außerdem weiß der Bergmann auch, daß die von ihm geförderte Kohle durchaus nicht rein ist. Er weiß ferner, daß sie sichtbare Berge und auch reine, sehr schwere Steine enthält, die be ­ züglich der Größe sehr verschieden sind und aus feinem Staub bis zu dicken Blöcken bestehen können. Es fehlt schließlich nicht an wißbegie ­ rigen Bergleuten, die irgendwelche Stücke zu ­ fällig in die Hand genommen und bei genauer Betrachtung festgestellt haben, daß diese ab ­ wechselnd und manchmal sehr dünne, dem menschlichen Auge kaum sichtbare Kohle- und Steinschichten aufweisen. Was jedoch der Berg ­ mann nicht wissen kann, ist die Tatsache, daß diese Mischung und diese abwechselnden Schich ­ ten von reiner Kohle und reinem Stein so ineinander verlaufen und in ihrer Winzigkeit so weit gehen können, daß ihr Vorhandensein nur noch durch das Mikroskop feststellbar ist (Figur 1). Diese Stücke heißen verwachsene Stücke oder Mittelprodukt. Einige unserer Leser wissen bereits, daß, wenn die reine Kohle einen niedrigen Aschegehalt aufweist, der bei einigen Einheiten von Hundert liegt, beispielsweise bei 6, die Berge dagegen einen sehr hohen Asche ­ gehalt haben, der etwa bei 70 % liegt. Wissen sie aber auch, daß die verwachsenen oder Mittel ­ produkte einen sehr wechselnden, zwischen ­ stufigen Aschegehalt haben, der von 6 °/o der Kohle bis zu 70 % der Steine ansteigt? Es ist klar, daß der Kunde keine Zuneigung für die Mittel- oder verwachsenen Produkte zeigt, und daß es, um daraus Nutzen ziehen zu können, unbedingt erforderlich ist, diese von den für den Verkauf bestimmten Kohlen zu trennen und sie einer besonderen, ihnen entsprechenden Bestimmung zuzuführen. So können diese Mittel ­ kohlen beispielsweise auf den Kesselrosten, und zwar am besten in den Kesselhäusern der Gruben verbraucht werden. Es ist zu bemerken, daß die laufend ver ­ kaufte Kohle, sei es beim Kohlenhändler für den Privatver ­ brauch, sei es in gan ­ zen Waggonladungen für industrielle Unter ­ nehmen, frei sein muß von Bergen, verwach ­ senem Gut oder Mit ­ telprodukt. Als An ­ haltspunkt führen wir einige Zahlen an. Die verkaufsfähige Kohle soll im allge ­ meinen einen Asche ­ gehalt von 5, 6 oder 7 % aufweisen. Das für die Kesselhäuser getrennte Mittelprodukt und das verwachsene Gut soll einen Aschegehalt haben, der je nach dem Fall in ihrer Gesamtheit zwischen 25 und 35 °/o schwankt. Schließlich müssen die auf die Halde zu stürzenden Berge einen möglichst hohen Aschegehalt haben, und zwar derart, daß sie keine noch verwendbare Kohle oder noch verwendbares Mittelprodukt mehr enthalten, wobei 70 °/o erreicht oder über ­ schritten werden müssen. Fassen wir zusammen: Damit die zu Tage geförderte Kohle den Ver ­ brauchern verkauft werden kann, muß sie fol ­ gende zwei wesentliche Bedingungen erfüllen: 1. Es müssen ihr die reinen Steine und das Mittelprodukt entzogen werden. 2. Die Kohle muß in fest bestimmte Korngrößen eingeteilt werden. Für diese bestimmten Korngrößen ist ein oberes und ein unteres Ausmaß festgesetzt, das, wie schon erwähnt, in Millimetern ausgedrückt wird, und zwar so, daß die Kohlenverbraucher die genaue Größe der Stücke finden, die ihrem Bedarf entsprechen, d. h. den Verwendungsstel ­ len, über die sie verfügen und die es zu speisen gilt. Fig.l: Verwachsenes Cul (Mitielproduld)