111 Ein neues Kohle-Abbauverfahren DAS CARDOX-VERFAHREN als Ersatz für den Gebrauch von Sprengstoff Beschreibung und Vorteile des Verfahrens Weitere Vorteile: Das Cardox-Verfahren ist ein Abbauprozess, in welchem die stark abdrückende Wirkung des an das Ende eines Bohrloches gebrachten hoch ­ verdichteten Kohlendioxyds nutzbar gemacht wird. Das Cardox-Rohr (Bild 1) besteht aus einer metallischen Umhüllung, die durch eine Stahl ­ platte (Scheibe) abgeschlossen wird. Die Scheibe selbst hat eine geringere Festigkeit als der Rohr ­ mantel. Ausser dem Zündmittel enthält das Rohr flüssiges Kohlendioxyd. a) Das Rohr bietet eine grosse Sicherheit beim Transport und bei der Handhabung. b) Das beim Cardox-Schiessen verwendete Gas übt eine losdrückende und keine explosive Wirkung auf die abzubauende Kohle aus. Infolgedessen wird die Erschütterung an der Abbaustelle stark vermindert. Daraus folgt: grössere Festigkeit des Ausbaues, besserer Halt des Hangenden, Steigerung des An ­ teiles der grösseren Kohlenstücke gegen ­ über den feinkörnigeren Stücken. Die Verbrennung des Zündmittels verdichtet die Kohlensäure so stark, dass die Brechplatte bricht. Das hochkomprimierte Gas kann nun in das Bohrloch einströmen und die feste Kohle abdrücken. Die Engländer versichern, dass das Brechen der Kohle schneller und regelmäs- CARDOX-ROHR Zündkopf pcheib e Entladungskopf Die Mengen von Zündmittel und CO2 sind so gewählt, dass das freiwerdende CO2 eine Tem ­ peratur hat, bei der eine Entzündung der schla ­ genden Wetter oder des Kohlenstaubes vollkom ­ men ausgeschlossen ist. Die durch das Verfahren erzielte Sicherheit ist unabhängig von den Arbeitsbedingungen und unabhängig von dem Schiessmeister. Sie bleibt ferner erhalten, wenn entweder alle Rohre zu ­ sammen oder jedes einzeln gezündet werden. Ausserdem arbeitet das Cardox-Rohr nur, wenn es mit CO2 gefüllt ist, und dieses Gas ist be ­ kanntlich nicht brennbar. Das Zündmittel selbst entzündet sich nicht bei einem Druck, der nie ­ driger als 30 atm. ist. Bild 1 siger erfolgt, wenn mit Cardox anstatt mit Sprengstoff gearbeitet wird, und dass aus ­ serdem der geringere Anteil an kleineren Kohlenstücken einen besseren Fortgang der mechanischen Verladung ermöglicht. c) Da am Entladungskopf des Rohres zwei Ankerklauen angebracht sind, die das Aus ­ dringen des Rohres aus dem Bohrloch sper ­ ren, ist die Gefahr, dass das Rohr aus dem Bohrloch herausgetrieben wird, stark ver ­ mindert. d) Das Ausbleiben von Kohlenstaubschwaden ermöglicht eine unmittelbare Rückkehr der Arbeiter zum Stoss. e) Es wird keine Zeit zum Besetzen des Bohr ­ loches benötigt. f) Versagt aus irgendeinem Grunde die Zün ­ dung, so hat dies in keiner Weise eine Gefahr zur Folge. Die Festigkeit des Rohres ist so gross, dass die Arbeit in der Um ­ gebung eines solchen Rohres ungefährdet fortgesetzt werden kann.