81 Kaufhaus I. KIEFER ILLINGEN liefert Ihnen seit 1890 ANZUG-, MANTEL- & KLEIDERSTOFFE preiswert und gut! EIGENE MASS-SCHNEIDEREI Städtische Sparkasse NEUNKIRCHEN Wilhelmstrasse 4 DIE BANK DES KLEINEN MANNES legten Beschäftigungszeiten zustanden, so wird der zuviel erhaltene Betrag am Lohn einbehal ­ ten. Eine Rückerstattung von zuviel gezahltem Urlaubsgeld findet jedoch nicht statt, wenn die Lös :ng des Arbeitsverhältnisses auf Grund einer schweren Verfehlung des Arbeitgebers gegen ­ über dem Belegschaftsmitglied erfolgt ist . Alle Belegschaftsmitglieder erhalten anlässlich von Pamilienereignissen einen bezahlten Sonder ­ urlaub, und zwar : 1. bei Hochzeit des Belegschaftsmitgliedes 4 Tage 2. bei Geburt eines Kindes 2 » 3. bei Heirat eines Kindes 2 » 4. beim Tode eines zum Haushalt gehö ­ renden unterhaltsberechtigten Fami ­ lienangehörigen 3 » 5. beim Tode eines Enkelkindes, des Va ­ ters, der Mutter, des Schwiegervaters, der Schwiegermutter, eines Bruders, einer Schwester, sofern diese nicht zum Haushalte gehören 2 » Als Sonderurlaub gilt auch Arbeitsausfall zur Ausübung staatsbürgerlicher Pflichten. Rückerstattung der Fahrkosten. Den Belegschaftsmitgliedern, die über 4 km vom Arbeitsort entfernt wohnen, werden die Fahr kosten zur und von der Arbeitsstätte er ­ stattet. Haben diese Belegschaftsmitglieder die Wahl zwischen 2 oder mehr Transportmitteln, so werden die Kosten des billigsten Verkehrs ­ mittels vergütet. Sozialversicherung. In allen Fragen, die die soziale Sicherheit betreffen wie Familienzulagen, Wochenhilfe, Mutterschutz, Kranken-, Invaliden-, Unfall- und Pensionsversicherung, gelten die in Kraft befindlichen Gesetze und Verordn ngen. Sicherheitsmänner. Für alle selbständigen Unter- und Uebertage- Abteilungen werden Sicherheitsmänner gewählt. Diese haben für die Bekämpfung der Unfall- und Gesundheitsverfahren im Betrieb zu achten, die Gewerbeaufsichtsbeamten und die sonstigen in Betracht kommenden Stellen bei dieser Be ­ kämpfung durch Anregungen, Beratung und Auskünfte zu unterstützen, sowie auf die Durch ­ führung der gewerbepolizeilichen Bestimmungen und der Unfallverhütungsvorschriften hinzu ­ wirken. Koalitionsrecht. Den Belegschaftsmitgliedern wird das Recht auf kollektive Vertretung ihrer Interessen zu ­ gestanden. Sie haben alle Freiheit, ihre beruf ­ lichen Interessen mit allen gesetzlichen Mitteln zu verfolgen. Die Mittel, die gegen die Arbeits ­ freiheit verstossen, sind unzulässig. Berufsausbildung. Die Heranbildung eines geschulten Nach ­ wuchses ist nachdrücklich, besonders durch Einrichtung entsprechender Fachschulen, zu fördern. Zu diesem Zweck sind ständig zu unter ­ halten : a) Werkschulen für Berg- und Handwerker ­ lehrlinge ; b) Bergvorschulen für regionale Bezirke (z.Zt. in Luisenthal, Sulzbach, Neunkirchen); c) die Bergschule in Saarbrücken. Die Bergschule hat die Aufgabe, aus Betriebs ­ angehörigen technische Angestellte, Steiger, Elektrosteiger, Markscheider usw. heranzubilden. Die Kosten der Schulen gehen vollständig zu Lasten der Regie des Mines. Den Schülern wer ­ den die Löhne für die Dauer des Schulbesuches weiter gezahlt. Die Regie des Mines hat sich hinsichtlich des Lehrlingswesens und der Berufsa sbildung an die geltenden Gesetze und Verordnungen zu halten. Hierbei sind die Sozialgesetze bei Lehr ­ lingen und Schülern zu beachten. Die Vertreter des Gesamtbetriebsrates sind befugt, die Werkschulen hinsichtlich der Ent ­ lohnung, des Schulbetriebes und der Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen gemeinschaft ­ lich mit den Vertretern der Rögie des Mines zu überprüfen. Schlussbemerkungen. Durch die Neuregelung der Entlohnung der Jugendlichen und der Frauen sowie durch die Gewährung des vollen Lohnes nach Vollendung des 18. Lebensjahres wurden alte Forderungen der Saarbergmänner ausgeräumt. Die Neuregelung des Urlaubs für Jugendliche und der über 18 Jahre alten Arbeiter bringt dem schwer arbeitenden Bergmann in gesundheitli ­ cher Hinsicht grosse Vorteile. Auch die Gewäh ­ rung des Sonderurlaubs bedeutet eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zu ­ stande, wie er in § 56 der Betriebsordnung ver ­ ankert war. Die Erstattung des Fahrgeldes zur und von der Arbeitsstätte — ausschliesslich der 4 km Zone — bedeutet für den grössten Teil der Be ­ legschaft eine wesentliche geldliche Entlastung. Abschliessend ist zu sagen : die bis jetzt auf ­ gezeigten Bedingungen und Bestimmungen sind rechtlich fundamentiert. Lebendige, wachsende und segensreiche Tat werden sie nur dann, wenn alle im Saarbergbau tätigen Menschen von dem Willen durchdr ngen sind, so zu handeln, wie dies unter denkenden, vorwärtsstrebenden und gleichberechtigten Menschen üblich ist.