234 298.) In der zweiten Hälfte des Krieges ist § 17 auf andere Personen ausgedehnt worden. Durch Rundschreiben vom 28. April 1944 — AN 1944 S II 124 — hat das Reichsversicherungs ­ amt im Einverständnis *mit dem Reichsarbeits ­ ministerium den Rentenversicherungsträgern mitgeteilt, daß nichts dagegen einzuwenden ist. die Wartezeit als erfüllt anzusehen, wenn der Versicherte infolge Luftangriffen invalide ge ­ worden oder gestorben ist. Das Landesver ­ sicherungsamt für das Saarland hat keine Be ­ denken dagegen erhoben, wenn nach diesen Richtlinien verfahren wird. Des weiteren wird es nicht beanstandet, wenn das vorgenannte Rundschreiben vom 28. April 1944 darüber hinaus auf alle versicherten Per ­ sonen Anwendung findet, die unter die Per ­ sonenschädenverordnung vom 10. November 1940 (RGBl. 1940 I S. 1482) fallen. Gewährung von Hinterbliebenenrenten an die Angehörigen verschollener Versicherter. Den Knappschafts- und Angestelltenältesten ist mit Rundschreiben Nr. 4/46 folgendes mit ­ geteilt worden: Betr.: Gewährung von Hinterbliebenenrenten an die Angehörigen verschollener Ver ­ sicherter. Nach § 39 Abs. 3 RKG in Verbindung mit den §§ 1259 und 1260 RVO wird Hinterbliebenen ­ rente auch gewährt, wenn der Versicherte ver ­ schollen ist. Als verschollen gilt ein Versicherter, wenn während eines Jahres keine glaubhaften Nach ­ richten ,von ihm eingegangen sind und die Umstände seinen Tod wahrscheinlich machen. Diese Regelung gilt auch für die im Kriege vermißten Versicherten. In solchen Fällen können Anträge auf Hinter ­ bliebenenrenten gestellt werden. Diesen An ­ trägen sind beizufügen: 1. eine eidesstattliche Erklärung der Ehefrau des verschollenen Versicherten bzw. des Vormundes seiner Kinder, daß sie von dem Leben des Versicherten seit einem Jahre keine Nachricht erhalten haben, 2. irgendwelche Anhaltspunkte dafür, daß der Tod des Versicherten wahrscheinlich ist, z. B. Bestätigung von Kriegskameraden, daß der Versicherte an einem bestimmten Tag besonders schwer verwundet worden ist oder als schwer verwundet zurückgelassen wer ­ den mußte, oder einem Kommando ange ­ hörte, das völlig aufgerieben wurde, Ode’- in einem Fahrzeug bzw. Ort war, der völlig zerstört worden ist, usw. Die unter Nr. 2 angeforderten Unterlagen sind außergewöhnlich wichtig. Ohne sie kann einem Rentenantrag nicht stattgegeben werden weil die bloße Tatsache, daß ein Versicherter vermißt ist, die Gewährung der Hinterbliebenen ­ rente nicht rechtfertigen kann. Falls die Angehörigen des vermißten Ver ­ sicherten eine amtliche Todeserklärung erwirkt haben, ist diese Erklärung einzureichen. Für den Fall, daß an Hinterbliebene vermiß ­ ter Kriegsteilnehmer Hinterbliebenenrente ge ­ zahlt worden ist und nachgewiesen wird, daß der Versicherte noch lebt, wird die Zahlung der Hinterbliebenenrente natürlich eingestellt. Ob und in welchem Umfange die in diesen Fällen zu Unrecht gezahlten Hinterbliebenen ­ renten zurückgefordert werden, unterliegt der Entscheidung des Knappschaftsvorstandes. Da insbesondere bei den in Rußland vermiß ­ ten Versicherten eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, daß der Versicherte noch lebt, ist bei Prüfung der Frage, welche Umstände den Tod eines Versicherten wahrscheinlich erscheinen lassen, ein strenger Maßstab anzulegen. Kinderkliniken. Der Kinderklinik in Neunkirchen, dem Bür ­ gerhospital Saarbrücken und dem- St. Michaels- Krankenhaus in Völklingen ist am 7. 11. 1946 mitgeteilt worden, daß die Saarknappschaft ah 1. 12. 1946 für Kinder bis zu 6 Jahren — bis ­ her bis zu 5 Jahren — die gesamten Kosten der Behandlung in der Kinderklinik übernimmt. Renten für Ostflüchtlinge. Das Landesversicherungsamt hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Saarknappschaft für Ostflüchtlinge, die Beiträge zur knapp- schaftlichen Versicherung geleistet haben, ohne Anerkennung einer gesetzlichen Verpflichtung Renten festsetzt und zahlt. Krankenscbeinfälschungen. Der vorläufige Vorstand der Saarknappschafi hat in seiner Sitzung vom 2. 12. 1946 beschlos ­ sen, in Zukunft Krankenscheinfälschungen wie ­ der zur Anzeige zu bringen, um ein Uberhand ­ nehmen von Fälschungen auszuschließen. Unsere Dienststellen wurden angewiesen. Krankenscheinfälschungen und Fälschungen anderer Urkunden, z. B. von Fahrkostenbelegen und dergl., in jedem Falle zur Bestrafung des Versicherten anzuzeigen. Stationäre Behandlung von Anspruchsberech ­ tigten der Saarknappschaft durch zugelassene Fachärzte in fremden Krankenhäusern oder Vertragskrankenhäusern. Es ist von den Versicherten vielfach bean ­ standet worden, daß sie auch dann einen Teil der Krankenhauskosten zu zahlen haben, wenn sie von einem bei der Saarknappschaft .zuge ­ lassenen Facharzt in ein fremdes Krankenhaus oder in ein Vertragskrankenhaus zu Operatio ­ nen und dergl. eingewiesen werden. Den Anspruchsberechtigten der Saarknapp ­ schaft soll aber auch dann freie Krankenhaus ­ behandlung gewährleistet sein, wenn die not ­ wendige Behandlung in einem Knappschafts ­ krankenhaus nicht durchgeführt werden kann. Aus diesem Grunde werden vom 1. Februar 1947 ab die Krankenhauspflegekosten auch dann in voller Höhe übernommen, wenn Anspruchs ­ berechtigte von einem bei der Saarknappschaft zugelassenen Facharzt zu Operationen und dergl. in fremde Krankenhäuser oder Vertrags ­ krankenhäuser eingewiesen werden, weil der Facharzt keine Möglichkeit hat, in einem Knappschaftskrankenhaus zu operieren. Übernahme von Renten nichtsaarländischer Knappschaften. Die Verwaltungskommission des Saarlandes, Abteilung Arbeit und Wohlfahrt, hat die Ab ­ sicht, eine ähnliche Regelung zu treffen, wie sie in der Bekanntmachung über die Fürsorge für Versicherte aus den abgetretenen Gebieten vom 28. 11. 1930 festgelegt war. Aus diesem Grunde ist das Landesversiche ­ rungsamt für das Saarland damit einverstan ­ den, daß die Saarknappschaft neben den Renten für Ostflüchtlinge ab 1. 4. 1947 auch Renten der früheren Luxemburger Knappschaft ohne An ­ erkennung einer gesetzlichen Verpflichtung übernimmt.